Erstellt am 06. Juli 2012, 10:48

Heiße Phase der Verhandlungen zur EU-Agrarpolitik. Die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) geht laut Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich "in die heiße Phase der Verhandlungen". Er tritt dabei dafür ein, die bäuerlich strukturierte Landwirtschaft auch nach 2014 zu erhalten.

Grundsätzlich begrüßt Berlakovich die von der EU geplante Ökologisierung der Landwirtschaft, nicht allerdings die hierfür vorgesehenen Kriterien wie das Stilllegen von Flächen. "Da ist Österreich strikt dagegen", betonte der Minister in der "Fragestunde" des Nationalrats am Freitag. Ende dieses Jahres soll das Budget der EU stehen, dann soll die Agrarpolitik mit Leben erfüllt werden, erklärte Berlakovich. Ein Abschluss der GAP-Reform sei dann für das Frühjahr 2013 vorgesehen. "Es werden sehr harte Verhandlungen", so Berlakovich, aber man habe schon einiges erreicht, verweist er etwa auf das Bergbauernprogramm.

Der Agrarminister spricht sich gegen eine Stilllegung von landwirtschaftlichen Flächen aus und begründet dies mit dem steigenden Lebensmittelbedarf der Weltbevölkerung. "Der Ball liegt bei der Europäischen Kommission. Sie muss genau sagen, was sie sich vorstellt", wartet Berlakovich auf die Vorstellungen für das sogenannte "Greening". "Wir wollen eine bäuerliche und flächendeckende Landwirtschaft, die produziert und auf die Umwelt Rücksicht nimmt", hielt der Ressortchef fest.

Die geplante Reform der Einheitswerte für landwirtschaftlichen Flächen in Österreich hat Berlakovich am Freitag verteidigt. "Es geht um die Sicherung des Einheitswertsystems", wehrte er sich gegen "populistische" Formulierungen. "Das Ziel ist die Modernisierung, damit das System nicht angreifbar wird." Die Einkommenssteuer-Vollpauschalierung für Landwirte hält er grundsätzlich für kleine, landwirtschaftliche Betriebe für "effizient".