Erstellt am 04. März 2012, 18:21

Hochegger äußerte sich zu Buwog-Deal. Der Lobbyist Peter Hochegger, zentrale Figur vieler Korruptionsverdachtsfälle der vergangenen Jahre, hat in der ORF-Sendung "Vera exklusiv" erklärt, warum er sich auf den Buwog-Deal eingelassen hat.

Erstens habe er seinem Kunden, der Immofinanz, helfen wollen, zweitens, "weil ich dumm und gierig war und diese große Provision gesehen habe". "Heute würde ich es natürlich nicht mehr machen."

Bei der Privatisierung der Bundeswohnungen in der Ära von Finanzminister Grasser erhielt die Immofinanz knapp den Zuschlag. Für Hochegger und seinen Geschäftspartner, den ehemaligen FPÖ-Politiker Walter Meischberger, sprang dabei eine Provision von 9,6 Mio. Euro heraus. Der Deal ist Gegenstand von strafrechtlichen Ermittlungen, u. a. gegen Grasser.

Hochegger sagte, er sei über Meischberger zu dem Geschäft gekommen, 2004 habe ihn der FPÖ-Mann angesprochen, weil er gewusst habe, dass er, Hochegger, für die Immofinanz als PR-Berater arbeitete, sagte er bei "Vera exklusiv".

Auch puncto Provisionsabrechnung - Hochegger und Meischberger hatten die 9,6 Mio. Euro ja nicht versteuert - gab sich der Lobbyist reuig, sagte aber zugleich, dass es nicht seine Idee gewesen sei, das ganze via Zypern abzuwickeln: Nach Erteilung des Zuschlags hätten Immofinanz und ihr Konsortialpartner nicht mit Hocheggers Firma abrechnen wollen, "weil sie Angst gehabt haben, durch meine Nähe zur Politik, zum Finanzminister, könnten Diskussionen entstehen". Dann sei die Idee entstanden, übers Ausland abzurechnen.

"Dort hätt' ich mich auch wehren sollen, hab' ich aber nicht gemacht", so Hochegger. Von dem Geld, das nach Zypern geflossen sei, habe er 20 Prozent, Meischberger 80 Prozent bekommen.

Mit dem Großkunden Telekom Austria hat Hocheggers PR-Agentur gutes Geld gemacht. Insgesamt 38 Mio. Euro an Honoraren seien über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren von der Telekom-Austria-Gruppe geflossen, sagte der Lobbyist. "Ich gebe zu, wir haben gut verdient." Wobei er darauf hinwies, dass die Honorare auch "sämtliche Fremdkosten und Ausgaben" beinhalteten.