Erstellt am 26. Oktober 2011, 00:00

„Hochzeitsplanung“ läuft. BEWAG & BEGAS / Endgültige Vereinigung der Energieversorger im Oktober 2012. Bis dahin sind noch einige Fragen zu klären.

bewag  |  NOEN

„So eine Chance kriegt das Land kein zweites Mal“, pries Landeschef Hans Niessl in der Vorwoche den geplanten Zusammenschluss von BEWAG und BEGAS einmal mehr an. Während in Regierungskreisen noch kein konkretes Datum für die große „Energie-Hochzeit“ genannt und von einzelnen Etappen gesprochen wird, rechnet man in der BEWAG bereits fix mit dem 1. Oktober 2012, denn dann beginnt das neue Geschäftsjahr.

Viele Fragen wurden im Zuge der vergangenen Landtagssitzung (siehe auch Seite 3) aber trotz des straffen Zeitplans gestellt. Etwa, ob Niessl – angesichts der laufenden Strafverfahren gegen die früheren BEWAG-Vorstände – einem eigenen Untersuchungs-Ausschuss zustimmen würde. Der Landeschef verwies auf „korrekte Entscheidungen“ von Aufsichtsrat und Vorstand und erwartet den Ausgang besagter Strafverfahren.

100 Millionen Euro und eine  steuerfreie Lösung gesucht

Offen ist indes auch noch die Frage, wie man die rund 100 Millionen Euro aufbringen will, mit denen das Land den Gemeinden ihre Anteile an der BEGAS abkaufen wird. Hier befürchten die Freiheitlichen, dass die Finanzspritze für die Gemeinden eine unliebsame Überraschung bereithalten könnte, würde im Fall der verkauften Anteile die Umsatzsteuer zum Tragen kommen.

Genau darüber verhandle man derzeit mit dem Finanzamt, heißt es seitens des Landes: „Wie man diesen Transfer ohne Steuern über die Bühne bringen kann.“ Derzeit gehe man jedenfalls von einer steuerfreien Variante aus. Versichert wird auch, dass es im Zuge der Energie-Vereinigung zu keinen Kündigungen kommen werde: Eine Reduktion des Personals soll durch „natürliche Abgänge“ erfolgen.

Als Vorstände des neuen Energieversorgers werden die jetzigen BEWAG-Vorstände Michael Gerbavsits und Reinhard Schweifer im Amt bleiben; der Vertrag der interimistischen BEGAS-Direktoren Rudolf Simandl und Leopold Buchmayer läuft aus. Vergleichsweise einfach ist auch die Frage, wie das neue Unternehmen heißen soll: Derzeit zur Wahl stehen „Energie Burgenland“ oder „Burgenland Energie“.