Erstellt am 10. Oktober 2012, 12:44

Höherer Banken-Gewinn durch Hybridrückkäufe. Österreichs Banken haben in den ersten sechs Monaten 2012 mehr verdient, allerdings nur wegen Sondereffekten wie dem Rückkauf von Hybridkapital im ersten Quartal.

Das konsolidierte Halbjahresergebnis wuchs um 4,6 Prozent auf 3,03 Mrd. Euro, geht aus aktuellen Nationalbankdaten hervor. Die beiden wichtigsten Ertragskomponenten, das Zins- und das Provisionsergebnis, sind jedoch zurückgegangen.

Auch die Schuldenkrise hinterließ in den Bankbilanzen tiefe Spuren. So brach das Handelsergebnis gegenüber der Vorjahresperiode um 29 Prozent auf 435 Mio. Euro ein. "Dies spiegelt die durch die Schuldenkrise deutlich schwierigere Marktlage für die Banken wider", teilte die OeNB mit.

Das Zinsergebnis schrumpfte um 3,9 Prozent auf 9,75 Mrd. Euro, da die Zinsaufwendungen stärker gestiegen sind als die Zinserträge. Das Provisionsgeschäft verringerte sich in einem schwächeren Marktumfeld und damit rückläufigen Transaktionen um 2,8 Prozent auf 3,68 Mrd. Euro.

Um ganze 84,2 Prozent auf 1,99 Mrd. Euro legte hingegen der Handelserfolg zu. Dies war vor allem auf die Rückkäufe von Tier-I- und Tier-II-Produkten (etwa Hybridkapital) zurückzuführen. Im Hinblick auf die höheren Eigenmittelanforderungen des neuen Regelwerks Basel III haben die Geldhäuser zum Jahresauftakt in großem Stil Hybridkapital rückgekauft und langfristiges nachrangiges Kapital abgebaut. Der sich daraus ergebende Gewinn wird im Jahresabschluss 2012 wieder dem Kernkapital zugeführt.

Die einzelnen Komponenten des Handelserfolgs entwickelten sich sehr unterschiedlich, so die Nationalbank. Während das Handelsergebnis stark zurückging, wiesen die sonstigen Bewertungsergebnisse nach IFRS einen Gewinn von 592 Mio. Euro (+62,3 Prozent) aus. Der realisierte Gewinn aus Finanzgeschäften legte um 860 Mio. auf 960 Mio. Euro zu.