Erstellt am 14. Januar 2013, 13:18

Hofer-"Grünstrom" für VKI nicht der billigste. Kritik am "Grünstrom", den der Diskonter Hofer ab Montag anbietet, kommt vom Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Das Angebot sei weder das billigste noch das umweltfreundlichste, erklärte der VKI. Dennoch kann der VKI dem Ökostrom-Angebot des Diskonters grundsätzlich Positives abgewinnen: "Hofer gibt damit einen Impuls am Markt". Hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit sei das Angebot von Hofer und der oekostrom AG nicht besser als andere standardmäßige Ökostromprodukte, meinte der VKI. Nach Angaben des Diskonters stammen dabei 90 Prozent des Stroms aus Kleinwasserkraftwerken in der Steiermark, Tirol und Salzburg - für den VKI alte, abgeschriebene und "nicht ökologisch optimierte" Anlagen -, 9 Prozent aus niederösterreichischer und burgenländischer Windenergie sowie 1 Prozent aus Photovoltaik.

Der Wind- und PV-Anteil sei bei Hofer-Strom niedrig, so der VKI, denn die engagiertesten "Grünstrom"-Produkte würden zumindest 21 Prozent Anteil aus Windkraft aufweisen, mindestens 1,5 Prozent Photovoltaik und ein Limit beim Wasserkraft-Strom. Solche Produkte seien durchwegs auch mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert (Alpen AdriaEnergy, ENAMO Ökostrom und Naturkraft). Dies sei ebenfalls bei einem Produkt der oekostrom AG der Fall - jedoch nicht bei dem konkret von Hofer offerierten. Auch die Werbeaussagen zum Preis seien zu relativieren, so der VKI: Die billigsten Stromprodukte aus erneuerbarer Energie - konkret aus Wasserkraft - würden derzeit stromdiskont.at (ENAMO) sowie der Verbund anbieten.

Die E-Control hatte am Wochenende das neue Stromangebot begrüßt und eine Rekord-Zahl an Zugriffen auf ihrem Online-Tarifkalkulator vermeldet. Bis Montagmittag sind laut Greenpeace schon 1.200 Haushalte auf Hofer-Strom gewechselt, im ersten Anlauf gibt es ohnedies nur 5.000 Verträge.