Erstellt am 06. Juni 2012, 09:40

Hoffnungen auf neue Zentralbankhilfen. Die Hoffnung auf neue Zentralbank-Hilfen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft hat am Mittwoch die Börsen in Fernost angetrieben und die Alarmsignale aus Spanien zunächst verdrängt.

Im Blickpunkt stand vor allem die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über ihr weiteres Vorgehen in der sich wieder zuspitzenden Schuldenkrise. EZB-Chef Mario Draghi sollte den Beschluss des EZB-Rats am frühen Nachmittag erläutern. US-Notenbankchef Ben Bernanke wird sich am Donnerstag äußern. IWF-Chefin Christine Lagarde hat ein Gesamtkonzept zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise angemahnt. "Der 'Masterplan', zu dem sich alle bekennen, ist wichtig, weil er eine Vision schafft", sagte Lagarde in einem Interview. So entstehe eine kollektive Entschlossenheit. "Und das fehlt im Moment."

Hoffnungen auf neue ZentralbankhilfenNicht unbedingt notwendig seien dagegen Fristen, um die Euro-Zone aus ihrer Schuldenmisere zu befreien. "Ich bin kein großer Fan von diesen Zielen, die ohnehin verfehlt werden", fügte die Französin an der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) hinzu.

Mit dem deutschen Unionsfraktionschef Volker Kauder hat erstmals ein führender deutscher Koalitionspolitiker Spanien offen dazu gedrängt, sich wegen seiner Bankenprobleme unter den europäischen Rettungsschirm EFSF zu begeben. "Ich denke schon, dass Spanien nicht wegen des Landes, sondern wegen der Banken unter den Rettungsschirm muss", sagte Kauder Mittwochfrüh in der ARD. Den Weg, über den EFSF dem staatlichen spanischen Bankenrettungsfonds Frob direkt Mittel zur Rekapitalisierung spanischer Banken zu geben, hält Kauder für nicht gangbar.

Spanien kämpft seit Tagen angesichts eines immer höheren Kapitalhilfe-Bedarfs für notleidende spanische Banken mit steigenden Zinsen bei staatlichen Kreditaufnahmen am Markt. Über die vergangenen Wochen hatte sich die Regierung des Landes hartnäckig geweigert, externe Hilfen über die EU-Rettungsschirme in Anspruch zu nehmen. Allerdings hatte Finanzminister Christobal Montoro am Dienstag erstmals eingeräumt, dass Spanien inzwischen unter Finanzierungsproblemen leide. Zu den derzeit hohen Zinsen seien die Märkte für sein Land praktisch nicht mehr zugänglich, klagte er.