Erstellt am 02. September 2016, 14:37

Wurst-WM: Fest der Aromen und Medaillen. Von den 900 eingesendeten Produkten erlangten 558 eine Goldmedaille.

Bundesinnungsmeister der Fleischer Rudolf Menzl, Leiter Bonusfleischer Karl Wegschaider, Land NÖ Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle Dr. vet. Christina Riedl, Propst Prälat KR Mag. Maximilian Fürnsinn, Chefredakteur Das Lebensmittelhandwerk Johannes Rottensteiner und Oberjuror Wolfgang Seidl  |  Joanna Piestrzynska

„Das Niveau der eingesendeten Produkte war sehr hoch“, berichtet Bundesinnungsmeister der Fleischer, Rudolf Menzl. Auch die Promi-Jury zeigt sich von der Geschmacksvielfalt begeistert.

Von 29. bis 31. August fand die sogenannte Wurst-WM erstmals in Hollabrunn statt. Alle zwei Jahre bietet der Bewerb Fleischerfachbetrieben aus aller Welt die Möglichkeit, die Qualität ihrer Produkte bewerten zu lassen.

Rund 80 Fleischerinnen und Fleischer aus Österreich, Italien, Ungarn, Tschechien und Deutschland stellen sich dem strengen Urteil der Jury. Auch internationale Experten wie Klaus Gerlach, Vizepräsident des Deutschen Fleischerverbands und Jean-Marie Oswald, Präsident des Internationalen Metzgermeister-Verbandes befanden sich unten den Juroren. An drei Tagen wurden rund 900 Produkte auf Herz und Nieren getestet, verkostet und prämiert. Veranstaltet wird die Wurst-WM von der Bundesinnung der Lebensmittelgewerbe und der Lebensmittelakademie des österreichischen Gewerbes.

Goldregen für Würstel, Schinken und Pasteten

Die Wurst-WM ist ein Produktwettbewerb, bei dem jedes der eingereichten Produkte eine Medaille erringen kann. Das hervorragende Gesamtergebnis beläuft sich auf 558 Gold-, 195 Silber- und 54 Bronzemedaillen. Besonders hervorstechen konnten die großen österreichischen Bundesländer.

Am meisten Goldmedaillen gingen an Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Auch die internationalen Teilnehmer punkteten bei der Jury: So errungen alle acht eingereichten tschechischen Produkte eine Goldmedaille.

„Die Produkte der heimischen Fleischermeister sind etwas ganz Besonderes: Hier trifft traditionelle Handwerkskunst auf Innovationsgeist. Zusammen mit Fleisch aus der Region und neu entwickelten Rezepten ergibt das besonders innovative und hochwertige Produkte. Der Medaillenspiegel spricht für sich selbst“, freut sich Innungsmeister Rudolf Menzl.

Bewertung mit allen Sinnen

Extrawürste, Leberkäse, Knacker, Frankfurter, Blutwürste, Leberpasteten, Honigschinken, Zwiebelstreichwürste, Geselchtes, Hauswürstel, Schinkenspeck und dazwischen konzentrierte Blicke, festes Riechen, herzhaftes Beißen und eine Vielzahl an Bewertungslisten, so gestaltet sich der Eindruck bei Betreten des Juryraums.

Juror Franz Lindlbauer verkostet und beurteilt die eingereichte Ware nach einem definierten Punktesystem.  |  Joanna Piestrzynska

Über Geschmack lässt sich eventuell streiten, nicht aber über Qualität. Die zwanzig Juroren arbeiten nach einem definierten Punktesystem und setzen ihre jahrzehntelange Erfahrung sowie ihr sensorisches Know-How ein. Zu Beginn wird das Produkt als Ganzes betrachtet und die äußere Beschaffenheit bewertet. Als nächstes wird das Produkt angeschnitten und das Aussehen sowie die Farbe im Anschnitt mit Punkten versehen.

Promi-Jury sensibilisiert ihre Sinne

Eine vier-köpfige Promi-Jury bestehend aus Propst Prälat des Stifts Herzogenburg KR Mag. Maximilian Fürnsinn, Dr. vet. Christina Riedl, Land NÖ Abteilung Veterinärangelegenheiten und Lebensmittelkontrolle, Chefredakteur von Das Lebensmittelhandwerk, Johannes Rottensteiner und dem Leiter der Bonusfleischer Karl Wegschaider kostete sich ebenfalls durch die Geschmacks- und Aromenvielfalt der eingesendeten Produkte. „Die Sinne zu schärfen und bewusst zu verkosten war wirklich ein erfüllendes Erlebnis“, so Maximilian Fürnsinn.

Bundesinnungsmeister der Fleischer Rudolf Menzl, Jurorin Doris Steiner-Bernscherer, Propst Prälat KR Mag. Maximilian Fürnsinn und Oberjuror Wolfgang Seidl  |  Joanna Piestrzynska

„Ein Goldprodukt erkennt man am Gefühl von Aquaplaning auf der Zunge!“, verrät Wolfgang Seidl, Fleischermeister und Oberjuror.

Nach der Verkostung werden die Produkte wieder hygienisch verpackt und gekühlt gelagert. Die prämierten Produkte kommen karitativen Zwecken zu Gute und werden der Wiener Tafel gespendet.

Die Veranstaltung wurde unterstützt durch den Maschinenhersteller Laska, die Gewürzhersteller Almi und Christl, die Beratungsfirma RM Consult und die Bonusfleischer. Dank geht auch an die Landesberufsschule Hollabrunn für das Zurverfügungstellen ihrer Räumlichkeiten und an die Bäckerei Cyrill Blei für die Versorgung der Jury mit Brot und Gebäck.