Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Horrende Rechnungen. BRUTAL / Immer mehr Internetbenutzer sind mit extrem überhöhten Rechnungen konfrontiert. Kulanzlösungen sind möglich.

VON DORIS SEEBACHER

Im Burgenland häufen sich derzeit Vorfälle von Internetbenutzern, die böse Überraschungen bei ihren monatlichen Abrechnungen erleben.

Angelika E. aus Eisenstadt musste dies erst kürzlich miterleben. Anstatt eines monatlichen Fixbetrages von 20 Euro trudelte plötzlich eine Rechnung in Höhe von fast 800 Euro ein. Ein Brief an den Anbieter brachte keine Erklärung, wie es dazu kommen konnte. Nur der Hinweis, dass keine Fehler der Abrechnung gefunden werden konnten. Der Betrag wurde Angelika E. bereits von ihrem Konto abgebucht.

Der Arbeiterkammer Burgenland (AK) sind solche Fälle bekannt. „Sie häufen sich momentan österreichweit“, so Eva Schreiber von der AK-Konsumentenschutzabteilung. Ihr Rat: „Unbedingt Widerspruch einlegen und gleichzeitig den Fall bei der Regulierungsbehörde melden“. Denn diese Vorgangsweise erlaubt es dem Kunden, den bereits zu viel eingezogenen Betrag wieder zurückbuchen zu lassen. „Lässt man den Widerspruch nicht bei der Regulierungsbehörde registrieren, muss man die Abbuchung erst einmal hinnehmen und abwarten, wie der Fall ausgeht“, so Schreiber. Das kann von Fall zu Fall verschieden sein.

„Ein Megabyte mehr kann  das 3000-Fache kosten“

Die AK ist momentan bemüht, dem Missverhältnis bei Datenüberschreitung ein Ende zu setzen. „Ein Megabyte über dem vereinbarten Volumen kann bis zum 3000-Fachen kosten“, so Schreiber. Auch hat der Kunde oft keine Chance, in Echtzeit zu überprüfen, wie weit er sein Downloadvolumen bereits ausgenutzt hat.

Lösungsvorschläge sind  vom Anbieter abhängig

Für Günther S. aus Neusiedl beispielsweise ging eine ähnliche Sache noch einmal „glimpflich“ aus. Er bekam eine Rechnung in Höhe von fast 600 Euro vorgeschrieben – anstatt der üblichen zwölf Euro. Nach eigener Recherche fand er den Grund für das Überschreiten seines Limits – aus Versehen aktivierte Downloads führten innerhalb von Minuten dazu. Und obwohl Günther S. selbst Schuld daran war, zeigte sich der Internetanbieter kulant und schrieb ihm fast 500 Euro bei der nächsten Rechnung wieder gut. Einzige Bedingung: Er musste einer Vertragsverlängerung zustimmen.



WAS TUN?
• Unter www.akbgld.at stehen Musterbriefe für diese Fälle bereit.
• Über die Internetseite der Regulierungsbehörde www.rtr.at sofort melden, wenn Verdacht besteht, dass unberechtigt abgerechnet wurde.