Erstellt am 17. Juli 2012, 14:05

Hoteliers rechnen 2012 mit guter Buchungslage. Die heimischen Beherbergungsbetriebe sind heuer gut gebucht. "2011 haben die Hoteliers fast wieder das Niveau vor der Lehman-Krise erreicht und 2012 geht das so weiter", sagte der Obmann des Fachverbandes Hotellerie in der WKÖ, Klaus Ennemoser, am Dienstag. der Nächtigungen um rund 6 Prozent. Die Umsätze halten da allerdings nicht mit: So manche Nächtigung wurde mit günstigeren Zimmerpreisen "erkauft".

 |  NOEN, zVg

Die Pleite der US-Bank Lehman hatte 2008 weltweit eine Finanzkrise ausgelöst. In den vergangenen fünf Jahren verbuchten die Hotels aber dennoch eine Steigerung.

Ungeachtet der guten Nachfrage-Entwicklung bekamen die österreichischen Beherbergungsbetriebe heuer im Juni infolge der Fußball-Europameisterschaft eine Delle zu spüren: "Da glänzen wir nicht so, weil die Deutschen, Italiener und Niederländer zu Hause blieben und in Public Viewings mit den eigenen Nationalteams mitfieberten", so Ennemoser, der auch selbst Hotelier in Tirol ist.

"Im Sommer werden wir eine schwarze Null erreichen - bei einem leichten Nächtigungsplus von realistisch 2 Prozent", erwartet der Hotelier. Die wirtschaftliche Ertragskraft werden durch die Kostenblöcke Energie und Personal deutlich geschwächt.

Insgesamt habe sich der Heimatmarkt jedoch als besonders "krisenresistent" erwiesen. "Das wichtigste Reiseziel der Österreicher selber ist Österreich - wir haben aber noch Potenzial nach oben", so Ennemoser. Der Inlandstourismus lag 2011 mit einem Anteil von 35,23 Prozent noch unter jenem in der Schweiz (48 Prozent) und in Frankreich (58 Prozent). Allerdings kommen derzeit immer mehr Schweizer nach Österreich, um hier von den günstigeren Preisen zu profitieren.

Dafür erwachse den österreichischen Betrieben mit Deutschland aber "Konkurrenz im Norden". Denn auch die Deutschen, die hierzulande stärkste ausländische Urlaubergruppe, bleiben zunehmend im eigenen Land und nutzten Angebote an den Küsten der Nord- und Ostsee. Die Nächtigungen in den deutschen Hotels legten in den vergangenen fünf Jahren um fast 16 Prozent auf 32 Millionen zu.

Generell entfällt rund ein Drittel aller Übernachtungen in Österreich auf die Betriebe in Tirol. Das Bundesland hat nur 12 Prozent Inlandsgäste. Die Urlauber aus dem Ausland dominieren in allen westlichen Bundesländern. In den östlichen Bundesländern ist der Inlandstourismus stärker. Dementsprechend wünscht sich der Westen mehr Inlandsgäste, der Osten mehr ausländische Gäste.

Von Jänner bis Mai lag das Nächtigungsplus der österreichischen Betriebe bei rund 6 Prozent. Im Mai hätten allein die Fünf- und Vier-Sterne-Betriebe einen Zuwachs von 13,8 Prozent verbucht. Schon in der vergangenen Wintersaison 2011/12 (November bis April) legte die Zahl der Übernachtungen um 6 Prozent auf über 65 Millionen zu. "So viele Nächtigungen im Winter gab es noch nie", betonte der Branchensprecher.