Erstellt am 30. April 2013, 16:10

Hundstorfer will Beschäftigungsgarantie für Ältere. Sozialminister Hundstorfer fordert eine Beschäftigungsgarantie für ältere Arbeitslose, die schon länger als ein Jahr einen Job suchen.

Ein Weg dahin soll sich an der bereits eingeführten Ausbildungsgarantie für Jugendliche orientieren. Sollte in der Privatwirtschaft keine Arbeitsstelle gefunden werden, könnte der zweite Arbeitsmarkt, etwa über die Arbeit bei gemeinnützigen Stellen, einspringen.

Einmal mehr pochte Hundstorfer am Dienstag auch auf die Einführung eines Bonus-Malus-Systems für die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Unternehmen, die ältere Menschen beschäftigen sollen einen Bonus erhalten. Jene die weniger beschäftigen oder Ältere kündigen müssen demnach einen Malus zahlen.

Schon konkret sind die geplanten Maßnahmen des AMS bzw. von ihr beauftragter Subunternehmen. Mit dem Programm "Reife Leistung" sollen Betriebe ein Jahr lang vom Arbeitsmarktservice die Hälfte der Lohnkosten ersetzt bekommen - Non-Profit-Organisationen sollen zwei Drittel erhalten. Außerdem sollen Arbeitsplatz-Coaches eingesetzt werden, die die Älteren direkt an ihren Arbeitsplätzen beraten, auch bei sozialen Problemen wie der Schuldenregulierung.

Zustimmung erhielt Hundstorfer von den Pensionistenvertretern geerntet. "Damit wird Österreich erneut Vorreiter in ganz Europa", so Pensionistenverbands-Präsident Blecha. Seniorenbund-Obmann Kohl sah gleich raschen Handlungsbedarf: Es gebe "keinen Grund, mit der Umsetzung bis nach den Wahlen zu warten."

Die Wirtschaftskammer sprach sich dagegen eher für eine Lohnnebenkostensenkung aus. Der angekündigte Weg, "in der künftigen Arbeitsmarktpolitik einen Schwerpunkt bei den Älteren zu setzen, ist grundsätzlich positiv", so WKÖ-Sozialpolitik-Experte Gleitsmann. Eine Beschäftigungsgarantie sei aber ähnlich der Jugendgarantie "eine sehr teure Maßnahme".