Erstellt am 23. August 2012, 15:32

Hundstorfer will Pflege-Strukturreform-Konzept. Das Image des Pflegeberufs ist nach wie vor nicht allzu gut, der Bedarf steigt aber weiter. Bis 2020 werden allein im Bereich Pflege 17.000, im Gesundheits- und Sozialbereich insgesamt 50.000 Kräfte mehr nötig sein. Gleichzeitig muss die Finanzierung der Pflege gesichert werden. Dazu soll bis Jahresende ein Konzept vorliegen, versicherte Sozialminister Hundstorfer.

Die Österreicher sind zwar mit den Pflegekräften zufrieden, deren Beruf wird aber als wenig attraktiv erachtet, ergab eine Studie des privaten Heimbetreibers SeneCura. "Alle finden den Pflegeberuf wichtig, aber keiner will es tun", stellte SeneCura-Geschäftsführer Rudolf Öhlinger fest. Nur jeder vierte Befragte hat darüber nachgedacht, in der Pflege zu arbeiten, für 66 Prozent kommt es nicht in Frage. Nur 25 Prozent sehen darin einen Beruf mit guten Karriereaussichten, rund 43 Prozent finden die Bezahlung schlecht.

Dabei erwarten sich die Menschen zunehmend professionelle Pflege: Nur mehr 32 Prozent wollten "zu Hause von Familienangehörigen" betreut werden, während 49 Prozent teilweise oder rund um die Uhr zu Hause von Pflegehelfern versorgt werden wollten.

In der Pflege tätig sind derzeit mehr als 49.000 unselbstständig Beschäftigte. In den letzten zehn Jahren hat sich diese Zahl verdoppelt, bis 2020 werden - wegen der steigenden Lebenserwartung - 17.000 Pflegekräfte mehr nötig sein. Dieser Bereich ist also ein Wachstumssektor, stellte Hundstorfer fest. Es gilt daher, viele neue Kräfte auszubilden - und überhaupt Menschen für Pflegeberufe zu gewinnen.

Der Pflegeberuf müsse unbedingt attraktiver gemacht werden, konstatierte Hundstorfer. Wichtig sei es, die Jugendlichen anzusprechen - und gleichzeitig mit Unterstützungsangeboten dafür zu sorgen, dass die bereits Beschäftigten länger in dem "schweren Beruf" bleiben, berichtete Öhlinger aus der Praxis des Heimbetreibers.