Erstellt am 17. August 2011, 10:44

Hypo Kärnten erstmals seit 2007 wieder mit Gewinn. Die Hypo Group Alpe Adria hat im ersten Halbjahr 2011 erstmals seit 2007 wieder einen Gewinn ausgewiesen - obwohl wieder Kreditrisikovorsorgen von 134,9 Mio. Euro nötig waren.

In der Vorjahresperiode waren es allerdings noch 667,1 Mio. Euro Risikovorsorge. Operativ gab es in den ersten sechs Monaten einen Gewinn von 90,8 Mio. Euro - nach einem Verlust von 454,2 Mio. Euro in der Vorjahresperiode.

Der Konzerngewinn nach Steuern und Minderheiten belief sich auf 71,6 Mio. Euro, nach einem Verlust von 498,9 Mio. Euro, teilte die Bank am Mittwoch mit. Das Kernkapital (Tier-1) lag bei 7,3 Prozent nach 7,9 Prozent vor einem Jahr bzw. 6,6 Prozent Ende 2010, aber einen Stresstest hätte die Bank nicht bestanden.

Die Belastungen der Vergangenheit hätten die Hypo Alpe Adria so nachhaltig geschwächt, "dass zusätzliche angenommene Verwerfungen am Markt derzeit nicht aus eigener Kraft bewältigt werden könnten" heißt es in der Mitteilung. In einem von der österreichischen Aufsicht initiierten Stresstest gemäß Definition der European Banking Authority (EBA) im Frühjahr 2011 habe die Hypo bei Problemen in Ost- und Südosteuropa nicht die geforderte Stressresistenz aufgewiesen.

Im ersten Halbjahr hat die Bank die Bundes- bzw. Landeshaftungen um 1,4 Mrd. Euro auf 19,7 Mrd. Euro reduziert und damit den Rückzahlungsplan übererfüllt. Das Engagement in Griechenland hat zu Abwertungen von 21,5 Mio. Euro geführt, wobei es Wertminderungen von 38 Prozent gegeben habe. Durch Verkäufe im Juli wurde das Exposure auf 43 Mio. Euro (Nominale) reduziert.

Der Gewinn ergab sich aus Betriebserträgen von 493,7 Mio. Euro (1. Halbjahr 2010: 483,4 Mio. Euro), Kreditrisikovorsorgen von 134,9 Mio. Euro und Betriebsaufwendungen von 267,9 Mio. Euro (270,5 Mio. Euro). Die Zahl der Mitarbeiter stieg auf 8.455 nach 8.220 Ende 2010.