Erstellt am 14. September 2016, 13:30

von APA Red

Kika/Leiner startet 2017 mit eigener Diskontlinie. Das Möbelunternehmen Kika/Leiner will künftig wie XXXLutz und Ikea im Diskontbereich mitmischen. Der Start einer neuen Billigschiene ist für Frühling 2017 vorgesehen, die Suche nach einem geeigneten Namen läuft. Das kündigte Kika/Leiner-Chef Gunnar George am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Wien an.

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Zwei konkrete Standorte habe er schon im Visier, allerdings nicht in Wien. George kann sich in den nächsten drei Jahren fünf bis acht solcher Diskont-Filialen vorstellen. Derzeit verfügt das Unternehmen über 18 Leiner-Filialen und 32 der Marke Kika. Das soll sich in Zukunft gleichmäßiger verteilen.

Aus einigen Geschäften werden künftig eben auch Diskonter, aber "nicht Hartdiskonter wie Möbelix", so George. Er wolle nicht in leeren Betonhallen Möbel verkaufen.

"Verdienen wenig Geld, sind aber positiv für die Zukunft"

Möbelix ist die Diskontlinie von XXXLutz, zur Gruppe gehört auch Mömax. Der Marktanteil der drei Lutz-Firmen liegt in Österreich bei etwa 35 Prozent. Nummer 2 ist Kika/Leiner (ca. 23/24 Prozent Marktanteil), dahinter liegt Ikea (15/16 Prozent). Weltweit gesehen hat Ikea die Nase vorne.

Seit drei Jahren gehören die Möbelketten Kika und Leiner zum Mischkonzern Steinhoff. Das Unternehmen notiert in Johannesburg und Frankfurt an der Börse. Seit 18 Monaten ist George in Österreich am Ruder, er soll die Ketten sanieren.

"Wir verdienen wenig Geld, sind aber positiv für die Zukunft", sagte der Manager, der zuvor jahrelang den deutschen Möbelkonzern Kraft anführte. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2015/16 sei ertragsseitig "besser als eine schwarze Null" gewesen.

Der Geschäftsbericht wird erst veröffentlicht. Im Jahr 2014/15 verbuchten Leiner und Kika gemeinsam ein Betriebsergebnis von 24 Mio. Euro bei rund 860 Mio. Euro Umsatz. Dazu kommen noch rund 200 Mio. Euro Umsatz, die 21 Kika-Filialen in Osteuropa erwirtschafteten. Das Online-Geschäft spielt bisher kaum eine Rolle. Der Umsatzbeitrag sei derzeit einstellig, solle aber langfristig Richtung 10 Prozent des Umsatzes gehen.

Von der gemeinsamen Bewerbung der zwei Marken ist das Unternehmen wieder abgerückt, denn dadurch habe man Kunden verloren, räumte George ein. Vor allem Leiner-Kunden hätten das nicht gewollt.

Bei Leiner legt man nun wie jeher Wert auf Marken, höherwertige Präsentation und kaufkräftigere Kunden, Kika soll das "jüngere" und günstigere Pendant sein. In beiden Häusern wird aber eine Abteilung "Junges Wohnen" eingeführt - darunter versteht George modische Möbel, die man gleich mitnehmen kann. Damit will der Händler auch junge Kunden zu Leiner bekommen, die bisher eine "Schwellenangst" hatten und Leiner "miefig und teuer" fanden, so George.

Nach und nach werden die 50 Standorte saniert und umgebaut. Im Schnitt kostet das acht bis 15 Mio. Euro pro Standort.