Erstellt am 15. Oktober 2011, 14:57

Im Metaller-Arbeitskampf droht Vollstreik. Im Arbeitskampf der Metallindustrie gibt es keine Bewegung. Die Arbeitnehmerseite wartet weiterhin auf ein Gesprächsangebot der Arbeitgeber, diese wollen sich nicht durch Streiks zum Verhandlungstisch zurück zwingen lassen. Somit läuft alles auf einen Vollstreik am Montag hinaus.

Am Freitag gab es bereits Warnstreiks in rund 200 Betrieben.Auslöser des Arbeitskampfes ist der Streit um die Kollektivverträge (KV) für das Jahr 2012. Die Arbeitnehmer fordern aufgrund der guten Ergebnisse der Industrie im abgelaufenem Jahr und der hohen aktuellen Inflationsrate eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent, die Arbeitgeber bieten 3,65 Prozent plus 200 Euro Einmalzahlung und argumentieren mit der rückläufigen Konjunktur und den Unsicherheiten wegen der Euro-Krise. Regulärer nächster Verhandlungstermin für den KV ist Donnerstag, der 20. Oktober.

Wirtschaftsminister Mitterlehner will sich zwar nicht aktiv in den Konflikt in der Metallindustrie einmischen, er kritisiert die Streiks in der Metallindustrie aber als verfrüht. Er glaube, dass "das Mittel Streik zu früh ergriffen worden ist, und dass man mit diesem Instrument sehr sorgsam umgehen sollte", sagte er am Samstag im ORF-"Morgenjournal".

Der Minister warnte überdies - unter Hinweis auf den zu erwartenden Konjunkturabschwung - vor einer zu großen Lohnerhöhung. Mitterlehner kann, wie er meinte, die Forderungen der Gewerkschaft zwar verstehen - aber auch die Argumentation der Arbeitgeber: "Ich möchte die Zahlen nicht bewerten, aber die Tendenz, dass 5,5 Prozent die Industrie gefährden, ist natürlich zutreffend. Wir haben jetzt eine recht gute Produktivität erreicht, sind an dritter Stelle in Europa, und müssen aufpassen, dass wir hier nicht hausgemachte Ursachen setzen und an Produktivität verlieren."

Ein Wirtschaftsminister sollte sich nicht auf die Seite der Arbeitgeber schlagen, sondern das Interesse der Gesamtwirtschaft im Auge behalten, betonte GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian zu den Aussagen Reinhold Mitterlehners (V) über den Metaller-Streik. Und angesichts der hohen Teuerungsrate müsste der Minister "ein großes Interesse an einer Aufrechterhaltung der Kaufkraft der Beschäftigten" haben, meint der Gewerkschafts-Chef.