Erstellt am 29. Juli 2011, 14:05

Immer weniger Frauen in Führungspositionen. In Österreich ist es für Frauen deutlich schwerer, einen Führungsjob zu erreichen als für ihre männliche Kollegen. Von den rund 500.000 Führungsjobs in Österreich, die vom Abteilungsleiter bis zum Spitzenmanager reichen, werden rund ein Drittel von Frauen besetzt. Auch von Einsparungen bei Spitzenjobs sind offenbar Frauen stärker betroffen.

In Österreich ist es für Frauen deutlich schwerer, einen Führungsjob zu erreichen als für ihre männliche Kollegen. Von den rund 500.000 Führungsjobs in Österreich, die vom Abteilungsleiter bis zum Spitzenmanager reichen, werden rund ein Drittel von Frauen besetzt. Auch von Einsparungen bei Spitzenjobs sind offenbar Frauen stärker betroffen.

Der Anteil der weiblichen Führungskräfte ist seit 2008 um drei Prozent auf 32 Prozent gesunken. Im Vergleich dazu nahm der Anteil der männlich besetzten Spitzenpositionen von 65 auf 68 Prozent zu. Dies ergab der aktuelle Arbeitsklimaindex, der von Sora und Ifes im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich erstellt wurde.

In Österreich sei man von einer Chancengleichheit für Frauen noch weit entfernt, betonte der Präsident der AK Oberösterreich, Johann Kalliauer am Freitag. Es habe zwar einen stärkeren Zuwachs bei weiblichen Spitzenjobs im öffentlichen Bereich gegeben, der Rückgang in der privaten Wirtschaft sei aber stärker ausgefallen. Als Hauptgründe nannte er Vorbehalte wie Familienbetreuungspflichten, die verstärkt Frauen zufallen. Aber auch die Wirtschaftskrise habe die Chancen der Frauen beschnitten.

Laut Arbeitsklimaindex ist die Zufriedenheit der weiblichen Beschäftigten mit ihren Aufstiegs- und Entwicklungschancen in der Krise gesunken, während sie bei den Männern gleichgeblieben ist. Um die Situation der Frauen zu verbessern, regt Kalliauer an, Betriebe, die Frauen fördern, bei der öffentlichen Auftragsvergabe zu bevorzugen.

Besonders schwer haben es Migranten, einen Spitzenjob zu erreichen. Von den rund 500.000 Führungskräften haben nur 9 Prozent einen Migrationshintergrund. Unter den Beschäftigten ohne Führungsaufgaben beträgt der Anteil 13 Prozent. Bildung verbessert zwar die Chancen der Migranten, allerdings nützt ihnen ein höherer Bildungsabschluss weniger als den Nicht-Migranten. Regional haben Migranten im Osten und im Süden Österreichs deutlich bessere Chancen als in den übrigen Bundesländern.