Erstellt am 11. September 2012, 13:16

Immofinanz wies Vorwürfe von Anleger-Klagen zurück. Die börsenotierte Immofinanz-Gruppe weist die von tausenden Ex-Aktionären in diversen Schadenersatzklagen erhobenen Vorwürfe zur Geschäftsgebarung im vergangenen Jahrzehnt zurück. Es habe seitens Immofinanz, Immoeast und Constantia Privatbank (CPB) keine unrichtigen oder irreführenden öffentlichen Darstellungen gegeben.

Es seien auch nie falsche Angaben gegenüber den Anlegern gemacht worden, erklärten IF-Vorstandschef Eduard Zehetner und Josef Mayer, der Leiter der Rechtsabteilung der Gruppe, am Dienstag. Die Vorwürfe gegen die bis Herbst 2008 von Karl Petrikovics geleitete Immofinanz/Immoeast-Gruppe betreffend Mittelaufbringung und Mittelverwendung sowie angebliche Kursmanipulation und angebliche Aktienspekulation sowie Prospektmängeln seien unzutreffend, so Zehetner und Mayer vor Journalisten.

Die am Handelsgericht Wien erfolgte Zusammenlegung von Anlegerklagen zu einem Sammelverfahren (GZ 49 Cg 173/11z) lehnt die IF ab: Die seinerzeitigen Anleger-Entscheidungen seien immer individuelle gewesen, daher lasse sich das nicht in einem Massenverfahren lösen, so der Chef der Rechtsabteilung. Auch wenn sich das Gericht damit eine Vielzahl von Gutachten ersparen wolle, sei die angestrebte Verfahrensökonomie nur ein "Scheingewinn", dem die Einzelfallgerechtigkeit gegenüberstehe.

Die Investitionsentscheidungen des "alten" Managements unter Petrikovics hält der jetzige Konzernchef, der die Geschicke seit November 2008 lenkt, für nachvollziehbar. Wenn damals alles in CEE investiert worden wäre, "wären wir Pleite gegangen", sagte er, "dann wären uns nämlich 2009/10 genau 4,6 Mrd. Euro abgegangen". Ja, die Gruppe habe "2004 bis 2007 in Osteuropa in eine Blase investiert", räumt Mayer ein, doch sei dies "aus damaliger Sicht verständlich und ganz normal" gewesen: "Der rational Handelnde musste hier mitmachen, auch Petrikovics".