Erstellt am 30. Juli 2012, 22:52

In früherer AUA-Bilanz Ungereimtheiten entdeckt. Wirtchaftstreuhänder Herbert Heiser, der im Rechtsstreit zwischen der AUA und Scheich Mohamed bin Issa Al Jaber vom Gericht beigezogen wurde, ist laut "Presse" in einem Gutachten auf Ungereimtheiten in den AUA-Bilanzen gestoßen.

Demnach hätte die Fluglinie 2007 statt des offiziell ausgewiesenen Gewinns von 3,3 Millionen Euro einen saftigen Verlust ausweisen müssen - rund 235 Millionen Euro. Heiser sollte die Frage beantworten, ob die AUA Anfang 2008 tatsächlich saniert war, wie der damalige AUA-Chef Alfred Ötsch behauptet hatte. Al Jaber wollte bei der AUA mit 150 Millionen Euro einsteigen. Angesichts des finanziellen Sturzflugs sprang er aber wenig später, im Frühjahr 2008, wieder ab, weil er sich über die wirtschaftliche Lage der Fluglinie falsch informiert sah. Al Jaber klagte daraufhin Ötsch wegen des Verdachts des schweren Betrugs und des Verstoßes gegen Paragraf 255 Aktiengesetz (unrichtige Weitergabe, Verschleierung oder Verschweigung unternehmensrelevanter Ereignisse). In diesem Strafverfahren liegt schon länger ein Gutachten vom Gerichtssachverständigen Martin Geyer vor, das zu vergleichbaren Schlüssen wie Heiser kommt.

Im Gegenzug klagte die AUA Al Jaber auf 156 Millionen Euro Schadenersatz, weil die Vertreter der Fluglinie der Ansicht waren, dass der Scheich seinen Vertrag nicht erfüllt habe. Al Jaber konterte mit einer sogenannten Widerklage über 30 Mio. Euro. In diesem zivilrechtlichen Verfahren wurde nun Heiser beigezogen.

Das Ergebnis der Expertise spielt dem von der Kanzlei Kerres vertretenen Al Jaber in die Hände: Laut "Presse" hat Heiser festgestellt, dass die AUA durch die Kapitalerhöhung im Jahr 2006 zwar verhinderte, unter die vorgeschriebene Eigenkapitalquote (acht Prozent) zu sinken. Doch "die strukturellen Schwächen und damit die Verlustursachen waren nicht beseitigt. Eine nachhaltige Gewinnfähigkeit war meines Erachtens nicht hergestellt", meint Heiser. Deshalb zieht er auch in Zweifel, "ob mit dem Ergebnis 2007 ein saniertes Unternehmen vorliegt".