Erstellt am 06. Juli 2012, 12:40

Industrie am Weg "vorsichtig Richtung Stagnation". Die heimische Industrie bewegt sich seit Jahresbeginn und wohl auch im Gesamtjahr 2012 "vorsichtig Richtung Stagnation", sagte der Geschäftsführer der Sektion Industrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Manfred Engelmann, am Freitag vor Journalisten.

Das Wachstum flache teils stark ab. Die Zahl der Arbeitsplätze entwickelt sich aber stabil. Im 1. Quartal gab es im Vorjahresvergleich ein Wachstum der abgesetzten Produktion von (errechnet) 7,0 Prozent, im 2. Quartal von (geschätzt) 4,0 Prozent - nach plus 20,9 Prozent im 1. Quartal 2011 und plus 13,4 Prozent im 2. Quartal 2011 im Vergleich zu 2010.

"Bei der weiteren Entwicklung hängt viel von der Entwicklung auf EU-Ebene ab. Dabei ist Spannung vorhanden, auch in den Unternehmen", sagte Engelmann. "Die Betriebe sind in Warteposition. Die Abflachung der konjunkturellen Entwicklung wird sich fortsetzen." Schließlich ist der europäische Wirtschaftsraum der wichtigste Exportmarkt Österreichs und dort gebe es teils große Unsicherheiten. Im Gesamtjahr dürfte es ein Absatzwachstum von nur rund 1,0 Prozent geben, sagte Engelman. Die Produktion werde nahe der Stagnation liegen. Wachstumsträger seien die Chemie-, die Maschinen- und Metallwarenindustrie sowie die Bauindustrie.

Der "wichtige Faktor" der Auftragseingänge stagnierte im 1. Quartal bei plus 2,5 Prozent, "für das 2. Quartal rechnen wir nominell (nicht mit der Preisentwicklung gegengerechnet, Anm.) mit einem Plus von 2,0 Prozent", so der Experte. Im 1. Quartal wurden Aufträge um 22,7 Mrd. Euro lukriert, im 2. Quartal um 22,5 Mrd. Euro.

Die ermutigendste Botschaft sendete Engelmann in Sachen Beschäftigung: Nach dem Plus von 1,9 Prozent der fixen Angestellten im 1. Quartal auf 401.722 Beschäftigte, werde es im 2. Quartal eine geschätzte Steigerung von 1,5 Prozent geben. Allerdings wird das rund 22.000 Köpfe zählende sogenannte Fremdpersonal - also Leiharbeiter - bereits abgebaut: "Das ist ein Zeichen für erste Konsolidierungsmaßnahmen in den Betrieben", so Engelmann.