Erstellt am 28. Dezember 2012, 13:03

Industrie bleibt heuer in Stagnation stecken. Die heimische Industrie kommt heuer nicht aus der Stagnation heraus. Zum Jahreswechsel hat aber eine "holprige Erholungsphase" eingesetzt, konstatieren die Ökonomen der Bank Austria.

Für 2013 sagen sie dem Produktionssektor ein Plus von rund 3 Prozent voraus, Motor des Aufschwungs werden die - international besonders konkurrenzfähigen - Maschinenbauer und die Metallwarenerzeuger sein.

Im Dezember indes war der Einkaufsmanagerindex der Bank Austria wieder leicht rückläufig und belief sich auf 48,1 Punkte nach einem starken Ausschlag auf 49,3 Punkte im Vormonat November. Damit hat sich der Indikator wieder von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten entfernt.

"Im Dezember führte die unbeständige Auftragslage wieder zu einem leichten Produktionsrückgang. Auf das schwierige Geschäftsumfeld mit stärker steigenden Einkaufs- als Verkaufspreisen reagierten die Betriebe mit besonders hohem Kostenbewusstsein in der Lagerhaltung und bei der Planung ihrer Personalkapazitäten", so Bank-Austria-Chefvolkswirt Stefan Bruckbauer am Freitag in einer Aussendung.

Seit längerem leiden die mehrheitlich exportorientierten Industriebetriebe unter dem konjunkturbedingt schwächelnden Auslandsgeschäft. Die Bestellungen aus dem Ausland gehen seit neun Monaten zurück, was die Produktionsleistung im Dezember leicht dämpfte. Die Auftragsbestände haben dafür im letzten Monat 2012 erstmals seit fast einem Jahr wieder zugelegt.

Als weiteres Zeichen für eine Stabilisierung werten die Bank-Austria-Volkswirte den zuletzt sehr starken Auftrieb bei den Einkaufspreisen, die im Dezember das vierte Monat in Folge zulegten. Besonders Hersteller von Investitionsgütern seien "offenbar nachfragebedingt" mit spürbar höheren Kosten konfrontiert, die sie im Dezember aber zumindest teilweise auf die Kunden überwälzen konnten. Insgesamt konnten die Verteuerungen im Einkauf aber nicht ganz durch höhere Verkaufspreise ausgeglichen werden.

Um dem entgegenzuwirken, steigen die Betriebe auf die Kostenbremse, sowohl in der Lagerhaltung als auch beim Personal. "Seit dem Sommer gehen im Sektor nun Monat für Monat Jobs verloren", so Ökonom Walter Pudschedl. In den kommenden Monaten werde die Arbeitslosigkeit in der österreichischen Industrie noch weiter ansteigen.