Erstellt am 15. Dezember 2010, 00:00

Industrie: Dynamik lässt nach. KONJUNKTURUMFRAGE / Trotz wachsender Auslandsaufträge und einer etwas besseren Geschäftslage sieht die Industriellenvereinigung der Zukunft eher skeptisch entgegen.

Von Busch gewährte Einblicke in die Förderlandschaft.ZVG  |  NOEN
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VON DORIS SEEBACHER

Obwohl die Aufträge momentan im gesamten Land steigen und die heimischen Unternehmen durchwegs ausgelastet sind, wird die Zukunft von der Industriellenvereinigung Burgenland (IV) nicht ganz so rosig gesehen.

„Wir sind noch weit weg von einer Lage wie etwa im Jahr 2008“, sagt IV-Geschäftsführerin Ingrid Puschautz-Meidl. Laut aktueller Umfrage unter Burgenlands Industriebetrieben werden die Produktionstätigkeit und die Geschäftslage in den kommenden Monaten sehr zurückhaltend eingeschätzt. „Die Unternehmen reagieren vorsichtig bei Investitionen“, so Puschautz-Meidl. Die Ertragssituation werde in den nächsten sechs Monaten wieder zurückgehen, die Rohstoffpreise jedoch explodieren. „China kauft momentan alles auf“, heißt es seitens der IV.

Förderungen: Frauenquote  und Infrastruktur im Fokus

Gute Nachrichten für das Burgenland gibt es hingegen für die Förderperiode von 2010 bis 2014. Andreas von Busch, Abteilungsleiter der Politischen Koordinationen der Europäischen Kommission, kündigte gegenüber der Industriellenvereinigung an, dass das Land auch nach dem Phasing Out ausreichend Fördergeld von der EU bekommen werde.

Gespräche dazu führten vor Kurzem auch Landeschef Hans Niessl und Co. im Rahmen eines Brüssel-Besuches (die BVZ berichtete). Laut von Busch werden die Förder-Schwerpunkte bei der Hebung der Frauenbeschäftigungsquote und der Quote der Hochschulabschlüsse sowie in der Förderung der Energiegewinnung auf regionaler Ebene liegen. „Auch höhere Pro-Kopf-Förderungen und Geld für die Infrastruktur wird es geben.“ In der Bildungspolitik sollen Förderungen künftig an die Qualität der Ausbildung und an den Wettbewerb gekoppelt werden.

Weniger Förderungen werde es laut Andreas von Busch hingegen im Tourismusbereich geben. Aktuell kündigte Landesrätin Michaela Resetar in diesem Bereich 10,3 Millionen Euro an Förderungen für 22 Projekte an.