Erstellt am 01. Mai 2011, 12:03

Industrie freut sich auf mehr Fachkräfte. Die österreichische Industrie, die zu den entschiedensten Befürwortern der EU-Osterweiterung 2004 gehört hat, ist über die vollständige Arbeitsmarktöffnung gegenüber den Beitrittsländern erfreut. Sie hofft, damit den konjunkturell bedingten, in Teilbereichen bestehenden Fachkräftemangel wenigstens abmildern zu können.

Die österreichische Industrie, die zu den entschiedensten Befürwortern der EU-Osterweiterung 2004 gehört hat, ist über die vollständige Arbeitsmarktöffnung gegenüber den Beitrittsländern erfreut. Sie hofft, damit den konjunkturell bedingten, in Teilbereichen bestehenden Fachkräftemangel wenigstens abmildern zu können.

Die wirtschaftliche Ausgangslage sei insofern gut, als Österreich vor einem "selbsttragenden Aufschwung" stehe und Aufträge ohne zusätzliche Fachkräfte nicht übernommen werden könnten, sagt Christoph Neumayer, Generalsekretär der Industriellenvereinigung. "Der Aufschwung wird zu drei Vierteln von der Industrie getragen und das schlägt sich im Beschäftigtenbereich nieder.""Wir werden uns bemühen müssen, dass sich die Menschen, die wir beschäftigten wollen, hier auch wohlfühlen", meinte Neumayer im APA-Interview.

Der Engpass lasse sich durch die Ostöffnung allein sowieso nicht beseitigen. "Die Facharbeiter in der Automobilindustrie im Grenzgebiet (zu Österreich, Anm.) sind so gut bezahlt und 'eingepackt', da ist eine sehr geringe Chance, dass die kommen." Was weniger qualifizierte Arbeitskräfte betreffe, "kann ich mir im Fall von EU-Bürgern nicht vorstellen, dass jemand hierherkommt um Fuß zu fassen, obwohl er weiß, dass es keine Jobs gibt."

Bei den qualifizierten Beschäftigten habe in der Industrie ein "Umdenkprozess" stattgefunden, der in der Krise 2009 sichtbar geworden sei, als man die Belegschaften in den Betrieben habe halten können. "Die Unternehmen bemühen sich aktiv, alles, was an Potenzial da ist, auch auszunützen", beteuerte Neumayer.

In Österreich sprechen weder Arbeitgeber noch Arbeitnehmer gern über eine möglicherweise mit einer neuen Krise verbundene Massenzuwanderung aus Osteuropa. Hinter vorgehaltener Hand heißt es auf beiden Seiten, dass die "kriteriengeleitete Zuwanderung" (Rot-weiß-rot Card) gegenüber Drittstaaten im Fall des Falles Steuerungsmöglichkeiten biete.