Erstellt am 10. Oktober 2014, 11:27

von APA/Red

IV drängt auf S7-Ausbau und Bahn-Elektrifizierung. Die Industriellenvereinigung Burgenland drängt auf den Ausbau der S7 im Lafnitztal und auf die Bahn-Elektrifizierung im Landessüden.

 |  NOEN, Bilderbox
Bei der Gesamtverkehrsstrategie des Landes sei das Südburgenland bei den aktuellen und kurzfristigen Verkehrsvorhaben "wieder vergessen" worden, so IV-Vizepräsident Bernd Zauner am Freitag. Das wirke sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung aus.

Vergangene Woche wurde die Gesamtverkehrsstrategie in Eisenstadt präsentiert. Das Südburgenland sei dabei zwar berücksichtigt worden, beim Bau der S7 etwa allerdings nur mittelfristig. Für die IV zu wenig, wie Zauner anlässlich einer Pressekonferenz in Heiligenkreuz im Lafnitztal erklärte. "Die Politik muss sich entscheiden, ob man Arbeitsplätze in der Region will oder ob man aus dem Südburgenland ein großes Freiluftmuseum machen will", meinte Zauner.

Bundespolitik ist jetzt gefordert

Seiner Ansicht nach habe die Landesregierung bereits den Ernst der Lage erkannt. Jetzt liege es an der Bundespolitik entscheidende Schritte zu setzen. Der Bau der S7, "die höchst überfällige Verbindung" der Südautobahn mit dem Wirtschaftspark Heiligenkreuz und dem Grenzübergang zu Ungarn befinde sich bereits seit rund 30 Jahren im Planungsstadium. "Die Unternehmer und die Bevölkerung haben bereits das Vertrauen darauf verloren, dass diese Straße je gebaut wird", meinte der IV-Vizepräsident.

Für die Unternehmer im Landessüden bedeute die schlechte Infrastruktur auch Probleme bei der Einstellung von qualifizierten Mitarbeitern: "High Potentials ins Südburgenland zu locken, ist de facto unmöglich. Gut ausgebildete Akademiker bevorzugen für sich und ihre Familien oft das städtische Umfeld als Wohnsitz. So waren hoch interessierte Kandidaten für die Schlüsselposition des Produktionsleiters die lange Anfahrt vom eigentlich nahen Graz zu weit. Letztendlich musste die Stelle zwei Jahre lang interimistisch mitbetreut werden", schilderte Zauner, Geschäftsführer von Lenzing Fiebers.

Standort-Nachteile durch Infrastrukturmängel

Auch der Geschäftsführer von Vossen erklärte, dass man sich - sollte sich die infrastrukturelle Lage im Südburgenland in naher Zukunft nicht deutlich verbessern - ernsthaft die Frage stellen müsse, "ob die ständig steigenden Marktanforderungen in diesem Umfeld noch bewältigt werden können." Franz Kast,  Vorstandsdirektor der WiBAG (Wirtschaftsservice Burgenland AG) hielt ebenfalls fest, dass es ein essenzieller Nachteil in der Vermarktung des Businessparks Heiligenkreuz sei, "dass er über keine optimale Verkehrsanbindung verfügt. Das hat negative Auswirkungen auf die Unternehmen, die im Businesspark bzw. in der gesamten Region angesiedelt sind, auf die Ansiedlungen von neuen Unternehmen im Businesspark, auf die Arbeitsplatzsituation des Südburgenlandes und damit auch auf die Wertschöpfung der Region."

Land sind "die Hände gebunden"

Generell wolle man die Landesregierung mit den aufgegriffenen Themen unterstützen und notwendige Argumente liefern, erklärte Zauner. Kritik sei es keine, denn man glaube sehr wohl, dass sich das Land für den Ausbau der S7 und die Elektrifizierung einsetze. Dies seien allerdings Projekte, die das Land Burgenland nicht alleine entscheiden könne und wo dem Land "sicherlich die Hände gebunden sind".

Man wolle als Unternehmer lediglich aufzeigen, was eine weitere Verzögerung beim Ausbau der Infrastruktur bedeute. Der Appell gehe in Richtung Bund, aber auch an die Landesregierung, sich ein bisschen mehr anzustrengen, so Zauner.