Erstellt am 03. Dezember 2012, 13:16

Industriellenvereinigung mit Kurzarbeit grundsätzlich einverstanden. Die Industriellenvereinigung (IV) ist mit der am Sonntag veröffentlichten Reform der Kurzarbeit grundsätzlich einverstanden, befürchtet jedoch, dass die Unternehmen bei Bedarf zu wenig schnell handeln können.

"2009 hat's zu lange gedauert, ich hoffe, dass es diesmal schneller, innerhalb von Tagen gehen kann", sagte IV-Präsident Kapsch am Montag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Wie berichtet übernimmt der Staat ab 2013 die Sozialversicherung für die Kurzarbeiter nicht erst ab dem siebenten, sondern bereits ab dem fünften Monat, im Fall von Qualifizierungsmaßnahmen sogar schon früher. Um schneller reagieren zu können, will die IV die Entscheidung über die Einführung von Kurzarbeit von Sozialpartner- und die Betriebsebene verlagern. "Wir haben nie verlangt, dass die Unternehmer allein die Entscheidung treffen sollen, diese müsste ohnedies immer gemeinsam mit dem Betriebsrat fallen," so Kapsch. "Jeder Monat mehr kostet Geld und letztlich Beschäftigung."

Kapsch wollte sich auf keine Schätzung einlassen, welcher Level in der gerade beginnenden Konjunkturkrise erreicht werden wird. Der Ausgangspunkt sei heute aber schlechter als vor drei Jahren. Damals sei man aus einer Zeit der Hochkonjunktur und der Überbeschäftigung gekommen, Zeitguthaben seien (aus Sicht der Arbeitnehmer) stark positiv gewesen. Das sei heute nicht mehr der Fall.

Aktuell befinden sich laut Sozialministerium 31 Betriebe mit 2.821 Beschäftigten in Kurzarbeit. Am Höhepunkt der Krise 2009 waren in Österreich mehr als 60.000 Arbeitnehmer von der Regelung betroffen gewesen.

AMS-Chef Kopf schätzte montags im ORF-Mittagsjournal, dass es diesmal "alles in allem nicht mehr als 10.000 Kurzarbeiter" werden.