Erstellt am 16. Oktober 2013, 10:02

Inflation frisst das heimische Geldvermögen. Das österreichische Geldvermögen wird jährlich weniger wert, weil die Inflation höher ist als die Einlagezinsen.

Der Verlust macht im Jahr 3,5 Mrd. Euro, schätzt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, laut "Salzburger Nachrichten". Deutsche Sparer verlieren durch die Differenz zwischen Zinsen und Inflation jährlich gut zehn Mrd. Euro, weltweit soll sich der Verlust auf 100 Mrd. Euro belaufen. Die Österreicher würden vergleichsweise "intelligenter veranlagen" als die Deutschen, weil sie einen höheren Anteil an Wertpapieren wie Aktien hielten und einen kleineren Teil am Sparbuch, sagt Kater. Dass der Verlust dennoch rund ein Drittel - statt des sonst üblichen Zehntels - des deutschen Werts ausmacht, liege nicht an einem schlechteren Veranlagungsgeschick, sondern an der höheren Inflationsrate in Österreich.

Für den Staat ist die Situation sehr ertragreich. Deutschland habe dadurch in fünf Jahren rund 40 Mrd. Euro erspart, rund zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Für Kater ist das eine Umverteilung oder Zwangsabgabe. Das sei letztlich das "einzige Ventil, das im Spiel zwischen Finanzmärkten und dem Staat noch offen ist, um Luft abzulassen" und werde wohl noch jahrelang andauern.