Erstellt am 05. April 2012, 13:25

Inflation nimmt Österreichern Lust aufs Sparen. Schwaches Einkommenswachstum und hohe Inflationsraten haben 2011 die Neigung bzw. die Fähigkeit der Österreicher, Geld für schlechtere Zeiten auf die Seite zu legen, weiter verringert. Die Sparquote ist zum vierten Mal in Folge gesunken, sie betrug 2011 7,5 Prozent und liegt damit um etwa 36 Prozent unter dem letzten Vorkrisenjahr 2007, geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor.

Schwaches Einkommenswachstum und hohe Inflationsraten haben 2011 die Neigung bzw. die Fähigkeit der Österreicher, Geld für schlechtere Zeiten auf die Seite zu legen, weiter verringert. Die Sparquote ist zum vierten Mal in Folge gesunken, sie betrug 2011 7,5 Prozent und liegt damit um etwa 36 Prozent unter dem letzten Vorkrisenjahr 2007, geht aus aktuellen Daten der Statistik Austria hervor.

Die österreichische Sparquote war lange Zeit mit jener der deutschen Nachbarn im Norden gleichauf. Das hat sich inzwischen aber geändert. Laut Bundesbank haben die Deutschen 2011 etwa elf Prozent ihres Einkommens auf die hohe Kante gelegt. Im Gegensatz zu Österreich ist der deutsche Wert seit 2007 ungefähr konstant geblieben.

In Österreich sank er dagegen von damals 11,7 auf nun 7,5 Prozent. Auch die 17 Länder des Euroraums haben die Alpenrepublik in Sachen Sparquote schon 2010 überholt (die Vergleichszahlen 2011 liegen noch nicht vor). Die (Netto-)Sparquote wird als das Verhältnis von Sparen zu verfügbarem Einkommen (inkl. Zunahme betrieblicher Versorgungsansprüche) definiert.

Die sinkende Sparquote 2011 erklärte die Statistik damit, dass die Österreicher stärker (zusätzlich) ausgegeben haben, als sie (zusätzlich) hereinbekommen haben: "Während das nominelle verfügbare Einkommen um 2,6 Prozent anstieg, legten die privaten Konsumausgaben nominell mit 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker zu." Die verfügbaren Einkommen hätten mit der Inflationsrate (3,3 Prozent) "nicht Schritt halten können".

Die verfügbaren Einkommen sind damit real gesunken, obwohl die Löhne 2011 um nominell 4,5 und die Selbstständigeneinkommen um 5,3 Prozent gewachsen sind. Im Gegenzug sind aber die Sozialversicherungsbeiträge um 4,6 und die Einkommensteuern um 4,9 Prozent gestiegen. Die "Vermögenseinkommen" (z.B. aus Zinsen, Lebensversicherungen und Dividenden) seien dagegen um 2,9 Prozent geschrumpft, schreibt die Statistik.