Erstellt am 17. Juli 2014, 11:28

Inflation stieg im Juni auf 1,9 Prozent. Die Teuerung hat sich in Österreich leicht erhöht. Im Juni ist die Jahresinflationsrate von 1,8 auf 1,9 Prozent gestiegen.

Grund für den leichten Anstieg war laut Statistik Austria eine erhöhter Preisauftrieb bei "Wohnung, Wasser, Energie" und Beherbergungsdienstleistungen. Ohne Ausgaben für Wohnen hätte die Inflation nur 1,5 Prozent betragen. Den stärksten Einfluss auf die gestiegenen Wohnausgaben hatten im Jahresabstand höhere Wohnungsmieten (+3,8 Prozent) sowie Preisanstiege für die Instandhaltung von Wohnungen (+2,4 Prozent). Haushaltsenergie verteuerte sich insgesamt nur moderat (+0,5 Prozent). Bei festen Brennstoffen lag die Teuerung bei 4,9 Prozent; Fernwärme (+1,2 Prozent), Strom (+0,2 Prozent), Heizöl (-0,1 Prozent), Gas (-0,5 Prozent).

Beherbergungsdienstleistungen verteuerten sich laut Statistik Austria um 5,3 Prozent. Im Mai hatte sich das Plus nur auf 3,0 Prozent belaufen. Bei diesen Ausgaben dürfte sich im Zwölfmonatsvergleich ein saisonaler Basiseffekt ausgewirkt haben, da Pfingsten und Fronleichnam heuer in den Juni gefallen seien, so die Statistiker am Donnerstag in einer Aussendung.

Verbraucherpreisindex nur in Großbritannien höher

Der für die Eurozone errechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) Österreichs lag im Juni um 1,7 (Mai: 1,5) Prozent über Vorjahr. Höher lag dieser mit 1,9 Prozent nur in Großbritannien, meldete das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag. Im Euroraum blieb die Rate gleich gegenüber Mai bei 0,5 Prozent, in der gesamten EU lag sie bei 0,7 Prozent.

Die Teuerung für den täglichen Einkauf (Mikrowarenkorb) lag im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat mit 3,2 Prozent deutlich höher als der Anstieg des Verbraucherpreisindexes (VPI) von 1,9 Prozent. Der Mikrowarenkorb enthält überwiegend Nahrungsmittel und soll den täglichen Einkauf widerspiegeln, im Mai lag der Preisanstieg noch bei 3,8 Prozent.

Im Mikrowarenkorb sind aber nicht alle Nahrungsmittel enthalten und auch Ausgaben für Nicht-Nahrungsmittel (u.a. Tageszeitungen +5,3 Prozent, belegtes Gebäck im Außerhauskonsum +3,3 Prozent, Melange im Kaffeehaus +2,2 Prozent) enthalten.

Milch, Käse und Eier deutlich teurer

Während die Nahrungsmittelpreise im Zwölfmonatsabstand um durchschnittlich 1,8 Prozent stiegen, lag der Preisanstieg bei Milch, Käse und Eier im Juni mit insgesamt plus 6,2 Prozent deutlich höher. Fleisch sowie Brot und Getreideerzeugnisse kosteten jeweils plus 1,7 Prozent mehr, Obst (+0,3 Prozent). Gemüse verbilligte sich im Juni im Jahresabstand jedoch um 5,1 Prozent.

Die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln lag erstmals seit April 2012 wieder unter der Gesamtinflationsrate, so die Statistik Austria am Donnerstag in einer Mitteilung.

Der Miniwarenkorb, der einen wöchentlichen Einkauf abbilden soll und neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verteuerte sich im Zwölfmonatsvergleich um 1,6 Prozent (Mai: 1,8 Prozent). Der Preisindex für Pensionistenhaushalte (PIPH 2010) erhöhte sich im Juni um 1,9 Prozent (Mai 1,8 Prozent) und lag damit auf dem Niveau des nationalen VPI.

Mieten, Handytarife, Flugreisen und Zigaretten als Preistreiber

Die Preistreiber im Juni gegenüber mit dem Vorjahresmonat mit dem größten Einfluss auf die Inflationsrate waren Wohnungsmieten mit plus 3,8 Prozent, Mobiltelefon Grundentgelte (+18,7 Prozent), Flugpauschalreisen (+6,1 Prozent) und Zigaretten (+3,9 Prozent)

Als stärkste Inflationsdämpfer wirkten im Juni Preisrückgange im Jahresabstand bei Flugtickets (-12 Prozent), Städteflügen (-9,6 Prozent), Flachbildfernseher (-8,4 Prozent) und Dieseltreibstoffe (-1,5 Prozent).

Bei der Teuerung im Bereich "Verkehr" (+0,8 Prozent) wirkte sich weiterhin die im März erfolgte Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer inflationstreibend aus (+12,9 Prozent), so die Statistiker. Die Instandhaltung und Reparatur privater Verkehrsmittel verteuerte sich um 3,1 Prozent. Treibstoffe verbilligten sich hingegen im Jahresvergleich um 1,3 Prozent.

Pauschalreisen verteuerten sich im Juni im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,7 Prozent, Pflanzen um 6,9 Prozent. Elektronische Geräte (Audiovisions-, Fotografie-, EDV-Geräte) waren im Jahresabstand um 2,6 Prozent billiger zu haben.