Erstellt am 17. Dezember 2014, 06:08

von Werner Müllner

Firmen-Pleiten: „Ein Rekordjahr!“. Noch nie zuvor gab es so viele Insolvenz-Opfer wie im heurigen Jahr. AK-Vize Michalitsch: „Pleiten-Opfer im Mittelpunkt.“

Zogen Bilanz: Gerhard Michalitsch und Daniela Streli.  |  NOEN, Foto: Müllner
Regelmäßig präsentieren Gläubigerschutzverbände ihre Insolvenz-Statistiken. Die Pleiten-Bilanz der Arbeiterkammer hat eine andere Statistik. AK-Vizepräsident Gerhard Michalitsch: „Für die Arbeiterkammer steht nicht die Zahl der Insolvenzen, sondern immer die konkreten Schicksale der betroffenen Arbeitnehmer im Mittelpunkt. Diese Menschen haben gearbeitet, sich nichts zuschulden kommen lassen und müssen jetzt darum kämpfen, das Geld für die schon geleistete Arbeit zu bekommen.“

Kostenlose Vertretung europaweit einzigartig

Dieser weiter: „Nach einer Unternehmenspleite ist für die Beschäftigten eine Frage besonders dringend: Wie bekomme ich den Lohn, den mir meine insolvente Firma nicht mehr bezahlen konnte? In Österreich helfen die Insolvenzschutzverbände der Arbeitnehmer (ISA).“ Der ISA ist eine Einrichtung, welche Arbeitnehmer im Fall der Insolvenz ihres Arbeitgebers unentgeltlich berät, die aufwendige Berechnungen durchführt und die Arbeitnehmer beim Insolvenzentgeltsicherungsfond verwaltet, im Gläubigerschutzverband sowie beim Insolvenzgericht vertritt.

Michalitsch: „Diese kostenlose Vertretung ist europaweit einzigartig und keine Selbstverständlichkeit.“ 2014 waren 1.139 Arbeitnehmer betroffen, im Vorjahr 870. In Summe wurden heuer über 10 Millionen Euro für die Arbeitnehmer „erkämpft“. Daniela Streli: „Der Betrag ergibt sich zum einen durch die hohe Anzahl der Betroffenen, zum anderen dadurch, dass darunter viele langjährige Mitarbeiter betroffenen sind, für die Abfertigungsansprüche gestellt wurden.“