Erstellt am 20. März 2012, 15:17

Internet-Abzocke per Mahnschreiben. Vor einer neuen Welle von Abzocke via Internet hat am Dienstag die Arbeiterkammer (AK) Burgenland gewarnt: In den vergangenen Tagen flatterte Konsumenten in Österreich per E-Mail Post einer angeblichen Anwaltskanzlei mit Sitz in München ins Haus.

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Das Schreiben enthielt eine "Abmahnung" wegen einer behaupteten Urheberrechtsverletzung durch das Downloaden von Film- und Musikdateien. Den Empfängern wird schließlich ein "Vergleichsangebot" unterbreitet: Mit einer Zahlung von 146,95 Euro könnten sämtliche Schadenersatzansprüche abgegolten werden, hieß es.

Ein Rundruf in den Bundesländern habe ergeben, dass bisher rund 90 Fälle solcher E-Mails dokumentiert seien, so Eva Schreiber von der AK zur APA. Der Schadenersatzanspruch wird in dem Anwaltsbrief mit 10.000 Euro beziffert. Bei der AK geht man von einer betrügerischen Aktion aus. Tipp der Konsumentenschützerin im aktuellen Fall: "Auf keinen Fall sofort zahlen."

Verbrauchern rät die Arbeiterkammer, entweder selbst eine einfache Internetrecherche anzustellen, ob es schon entsprechende Vorwarnungen gibt oder sich an eine Konsumentenberatung zu wenden. Die E-Mails mit den Anwaltsschreiben, die im Briefkopf auf eine Kanzlei aus München lautet, würden in Deutschland schon länger kursieren.

Wer allerdings tatsächlich Musik auf seinen Rechner lade und die Daten dann via Tauschbörse anderen Nutzern zur Verfügung stelle, mache sich strafbar, warnte Schreiber. Wer gegen das Urheberrecht verstoße, müsse mit empfindlichen Strafen rechnen. "Forderungen von 10.000 Euro sind durchaus realistisch, wenn man wirklich etwas gemacht hat, was man nicht tun darf", meinte die Konsumentenschützerin.