Erstellt am 22. November 2010, 09:13

"Irland mit Schutzschirm aus Krise führen". Finanzminister Josef Pröll stellt klar: Hilfe für Irland sei notwendig, sonst werde gesamter Euroraum gefährdet. Kritik kommt von Oppositionsparteien FPÖ und BZÖ.

Irland kann mit dem "Schutzschirm" von Europäischer Union (EU) und Internationalem Währungsfonds (IWF) aus der Krise herausgeführt werden, sagte Österreichs Finanzminister Josef Pröll zu dem am Sonntagabend fixierten Hilfspaket für die hoch verschuldete Inselrepublik. Das Land habe Refinanzierungsprobleme. "Es ist notwendig, Irland zu helfen, sonst wird der gesamte Euroraum gefährdet", erklärte Pröll. Anders als im Fall Griechenland werde kein Geld überwiesen: "Wir haften im Hintergrund, aber wir zahlen nicht."

Der EU-Haftungsschirm für Irland sei nun aufgespannt, "und Irland geht hinein, und wir müssen nur Geld zahlen, wenn die Haftung schlagend wird - das sehen wir derzeit aber nicht", so Pröll weiter. Zweifellos seien das jetzt "bittere Tage für die irische Bevölkerung", denn das Land müsse 15 Mrd. Euro aufbringen bzw. einsparen.

Den Euro sollte man "nicht schlecht reden", "wir brauchen ihn, um als starker Wirtschaftsraum Asien und Amerika die Stirn bieten zu können", betonte der Finanzminister: "Es gibt keine Alternative zur gemeinsamen Währung, dem Euro." In dem Zusammenhang zeigte sich Pröll auch erfreut darüber, dass auch Länder außerhalb der Eurozone wie England und Schweden bei der Irland-Hilfsaktion mitmachen.

Von den Oppositionsparteien FPÖ und BZÖ kommt Kritik an Finanzminister Pröll wegen dessen Zustimmung zur EU-Finanzhilfe für das wegen seiner Banken-Krise hoch verschuldete Irland. FP-Generalsekretär Herbert Kickl warf Pröll einen "ausgesprochen naiven Zugang zur Irlandkrise" vor, BZÖ-Chef Josef Bucher meinte, Pröll werfe "Pleite-Ländern" österreichisches Steuergeld in den Rachen, die EU-Hilfe werde zum "Fass ohne Boden".

Mit seinem Statement "Wir haften im Hintergrund, aber wir zahlen nicht", ignoriere Pröll die negativen Erfahren mit Griechenland und versuche einmal mehr die Bürger Österreichs "für dumm zu verkaufen", so Kickl in einer Aussendung. Und Bucher vermutet, dass "nach den Pleite-Griechen und Irland" jetzt weitere Länder wie Portugal und Spanien, die ebenfalls ihren Staatshaushalt nicht im Griff hätten, "um Hilfe betteln" würden. Bei der Irland-Hilfe handle es sich in Wahrheit wiederum um ein Banken-Rettungspaket, so Bucher.