Erstellt am 10. Juli 2012, 19:28

Italien denkt lauter über EU-Hilfen nach. Der italienische Regierungschef Monti hat erstmals die Möglichkeit von EU-Hilfen für sein schuldengeplagtes Land ins Spiel gebracht. Es sei gefährlich zu behaupten, dass Italien niemals unter den Rettungsschirm schlüpfen werde, sagte Monti am Dienstag im Anschluss an ein Finanzminister-Treffen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erhöhte den Reformdruck auf Monti. Um in Italien den Teufelskreis aus schwachem Wirtschaftswachstum und hohen Schulden zu durchbrechen, müssten die angefangenen Reformen mit aller Entschiedenheit und unter Hochdruck fortgesetzt werden, forderte der Chef der IWF-Delegation in Italien, Kenneth Kang.

Das in der Schuldenkrise in Bedrängnis geratene Land wird nach Einschätzung des IWF in diesem Jahr mehr Schulden machen als bisher erwartet: Die IWF-Experten erhöhten ihre Prognose für die Neuverschuldung auf 2,6 Prozent der Wirtschaftsleistung von bislang 2,4 Prozent. Dadurch werde der Gesamtschuldenstand 2013 wohl auf 126,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes anschwellen und nicht wie bislang erwartet auf lediglich 123,8 Prozent.