Erstellt am 15. Oktober 2013, 13:20

IV erwartet baldige Konjunkturbelebung. Die Industriellenvereinigung (IV) erwartet in den kommenden Monaten eine Belebung der Konjunktur, falls der US-Budgetstreit gelöst werden sollte.

Das IV-Konjunkturbarometer - eine Umfrage unter Betrieben - stieg im dritten Quartal um mehr als drei Punkte auf +16,5 Punkte. Vor der Wirtschaftskrise 2008 lag der Indikator bei über plus 40, im März 2009 bei rund minus 30. Die Konjunkturumfrage wurde noch vor der Eskalation der US-Haushaltskrise durchgeführt, betonte IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Dienstag vor Journalisten. Ein Zahlungsausfall der USA wäre ein "historisches Einmalerereignis"ähnlich wie die Lehman-Pleite 2008, betonte Helmenstein. Entscheidend sei, ob die Kapitalmärkte den sogenannten "Default" nur als kurzfristiges technisches Problem ansehen würden oder nicht.

Die Folgen eines Zahlungsausfalles wären unter anderem eine Vertrauenskrise zwischen den Banken und US-Staatspapiere könnten dann nicht mehr als Sicherheiten verwendet werden. Helmenstein erwartet, dass die Banken bereits "erhebliche Vorbereitungen" für den "Worst Case" getroffen haben.

Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent 

Für heuer rechnet die IV - ohne Berücksichtigung der US-Haushaltskrise - mit einem Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent in Österreich. "Die Folgen des geringen Wachstums lassen sich sowohl an der steigenden Arbeitslosigkeit als auch an der geringeren öffentlichen Einnahmendynamik ablesen", so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer.

Die österreichische Wirtschaft werde sich in den kommenden Monaten langsam aus der sechs Quartale andauernden Stagnationsphase lösen. "In Österreich zeichnet sich für das kommende Jahr eine Rückkehr zum Trendwachstum in einer Größenordnung von 1,5 Prozent ab, zumal sich die konjunkturelle Lage in Zentral- und Osteuropa ebenfalls aufhellt", erwartet Helmenstein. Die wirtschaftliche Lage in Italien - der fünftwichtigste Exportmarkt für Österreich - bleibe aufgrund fehlender Strukturreformen weiterhin angespannt, dafür gibt es positive wirtschaftliche Signale aus Osteuropa.

Einmal mehr mahnte die IV von der Regierung "Strukturreformen" ein, etwa im Budgetbereich oder bei der Besteuerung des Faktors Arbeit. Die künftige Regierung brauche "keine Schönheitsoperation", sondern eine "Entschlackungskur mit einem Fitnessprogramm für den Standort".