Erstellt am 07. August 2012, 09:07

IV gelobt Enthaltsamkeit bei ÖIAG-Postenbesetzung. Die Industriellenvereinigung (IV), die noch vor einem Jahr ihren damaligen Generalsekretär an die Spitze der ÖIAG schicken konnte, will sich aus der anstehenden Neubesetzung heraushalten.

"Die IV und ich persönlich halten uns aus dieser Diskussion heraus", sagte der neue IV-Präsident Georg Kapsch am Montag. Die IV werde niemanden aus ihren Reihen ermutigen, sich zu bewerben. "Wir können uns dabei nur die Finger verbrennen, und warum sollten wir das tun?", meinte Kapsch. Mit seinem Vorvorgänger in der IV, Peter Mitterbauer, der dem Aufsichtsrat der Staatsholding vorsteht, "spreche ich nicht über das Thema, das ist seine Sache". Die Kapitalvertreter im ÖIAG-Aufsichtsrat seien zwar Industrielle, säßen aber nicht für den Verband dort, sagte Kapsch in einem Interview mit der APA.

Aktuell wird in Medien u.a. über Herbert Paierl (ehemaliger steirischer Landesrat), Werner Lanthaler (ehemals IV-Pressesprecher) und Peter Malanik (Ex-AUA-Vorstand) spekuliert. Der Aufsichtsrat soll schon am 7. September über die Nachfolge des im Juni überraschend abgetretenen Markus Beyrer entscheiden.

Wie bekannt, erneuert sich seit 2000 der Aufsichtsrat der ÖIAG aus sich selbst, was - auch angesichts dessen Zusammensetzung - von SPÖ und Arbeitnehmerorganisationen heftig kritisiert wird.

Die ÖIAG solle "als Puffer zwischen Politik und Unternehmen bleiben, das gilt insbesonders für börsenotierte Unternehmen mit internationalen Miteigentümern", sagt Kapsch. Beim Verbund, der ein reiner Versorger sei, solle man aber eine Ausnahme machen. Für Telekom, OMV und Post solle die ÖIAG dagegen als Beteiligungsverwaltung agieren und gegebenenfalls später weiter privatisieren.

In das neue Konzept der IV, das am Tag der Industrie im September präsentiert werden soll, will sich Kapsch noch nicht blicken lassen. Ein Herzstück sollen Steuervorschläge bis hin zu Verbrauchs- und Grundsteuern sein. Der rote Faden bei den Lohnsteuern sei, dass "mehr Netto" vom Bruttoeinkommen übrig bleiben müsse.