Erstellt am 27. August 2013, 13:38

IV-Kapsch: "Enorme Probleme an unseren Standorten". Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Kapsch hat am Dienstag bei einem Pressegespräch in Alpbach die in den letzten Tagen und Wochen von Wirtschaftskammerpräsident Leitl und einigen ÖVP-Politikern geäußerte Kritik am Wirtschaftsstandort Österreich bekräftigt.

"Wir haben im Grunde genommen enorme Probleme an unseren Standorten", unterstrich Kapsch. Er teile die Leitl-Meinung in vielen Punkten, hätte aber eine andere Diktion gewählt, sagte Kapsch. Leitl hat wie berichtet davon gesprochen, dass Österreich in den vergangenen Jahren im Vergleich zum europäischen Durchschnitt "abgesandelt" sei. Er wolle wieder auf den Boden der Realität zurückkommen, und darüber sprechen, was der Standort wirklich brauche, so Kapsch heute.

Österreich habe im internationalen Unternehmensvergleich in den letzten sechs Jahren "massiv an Boden verloren", sagte Kapsch, und bezog sich dabei vor allem auf einen Standortvergleich des Schweizer Managementinstitut IMD. Demnach ist Österreich wie berichtet zwischen 2007 und 2013 von Rang 11 auf Rang 23 abgerutscht, Deutschland dagegen etwa hat sich von Platz 16 auf Platz 9 verbessert.

Andere sind besser geworden

Österreich sei in diesen Jahren zwar nicht schlechter geworden, so Kapsch, sondern die anderen Länder - etwa skandinavische - seien besser geworden. "Dramatisch" sei dabei nicht alleine die Verschlechterung im Rang, sondern die dahinter stehende Dynamik, die einer schiefen Ebene gleiche, wo immer alles schneller und schneller laufe.

In Deutschland etwa habe die unter SPD-Kanzler Schröder gemachte Pensionsreform mehr Menschen in den Arbeitsprozess integriert. An weiteren Punkten, bei denen Österreich im IMD-Ranking verloren habe, verwies Kapsch nur allgemein auf die Steuerdiskussion, die Effizienz der Bundesregierung, die Arbeitszeitproblematik, das Pensionssystem, das Thema Bildung, den Kapitalmarkt und die Fiskalpolitik.