Erstellt am 09. November 2011, 12:16

IWF warnt vor Abwärtsspirale für Weltwirtschaft. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat vor einer "Abwärtsspirale aus Ungewissheit, finanzieller Instabilität und dem Zusammenbruch der globalen Nachfrage" gewarnt.

 "Die Weltwirtschaft steckt in einer gefährlichen und ungewissen Phase", rief die IWF-Chefin am Mittwoch in einer Rede in Peking zum gemeinsamen Handeln auf.

Ansonsten könnte sich die Welt "einem verlorenen Jahrzehnt niedrigen Wachstums und hoher Arbeitslosigkeit" gegenübersehen. "Es hängen dunkle Wolken über der Weltwirtschaft, und Asien muss sie aufmerksam beobachten", sagte die IWF-Chefin. Sie sei ermutigt über die jüngsten Schritte zur Lösung der europäischen Schuldenkrise und des Gipfels der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20). "Aber die Risiken bleiben ernst." Asien sei "ein Lichtblick", allerdings auch nicht immun gegen Entwicklungen im Rest der Welt.

Zum Auftakt ihres ersten Besuchs in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt als IWF-Chefin traf Lagarde in Peking Zentralbankchef Zhou Xiaochuan. Im Mittelpunkt dürfte auch eine mögliche Unterstützung Chinas mit seinen weltgrößten Devisenreserven für eine Erweiterung des Euro-Rettungsschirms stehen. Bisher hatte sich China vorsichtig abwartend gezeigt. Zuvor hatte Lagarde Russland besucht. Von China wird sie am Freitag nach Japan weiterreisen.

Aus ihrer Sicht ist Chinas Wirtschaftspolitik "grundsätzlich auf dem richtigen Weg". Es gebe in der Geldpolitik allerdings noch Raum, das Kreditwachstum in China zu bremsen. Sollten sich allerdings die Wachstumsaussichten deutlich verschlechtern, könnten neue Ressourcen schnell mobilisiert und die Geldpolitik angesichts der großen finanziellen Spielräume in China die erste Verteidigungslinie werden.