Erstellt am 17. April 2012, 15:34

IWF: Weniger tiefe Rezession in Euro-Zone. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat seine Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft leicht angehoben, sieht die Krise aber noch nicht gebannt.

Der Fonds rechnet nach seinem am Dienstag vorgelegten Ausblick mit einem globalen Wachstum von 3,5 Prozent in diesem und 4,1 Prozent im nächsten Jahr. Im Jänner war der IWF noch von 3,3 beziehungsweise 4,0 Prozent ausgegangen.

Für die Euro-Zone wird 2012 weiter eine milde Rezession erwartet. Der Rückgang der Wirtschaftsleistung werde mit 0,3 Prozent aber um knapp die Hälfte unter dem bisher erwarteten Wert liegen. 2012 werde die Euro-Wirtschaft dann mit 0,9 Prozent minimal stärker zulegen als zu Jahresbeginn erwartet.

Für Deutschland rechnet der IWF 2012 mit einem Wachstum von 0,6 Prozent, doppelt so viel wie noch im Jänner geschätzt. 2013 wird unverändert ein Plus von 1,5 Prozent vorhergesagt. Besser fallen auch die IWF-Prognosen für Spanien und Italien für das kommende Jahr aus - die Euro-Länder, die zuletzt an den Märkten unter Druck standen. Für Spanien rechnet der Fonds nun für 2012 zwar noch mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 1,8 Prozent. Für 2013 sieht der IWF Spanien aber inzwischen bereits wieder mit 0,1 Prozent im Plus, nachdem bisher noch ein Minus von 0,3 Prozent angesetzt war. Für Italien wird in diesem Jahr ein Minus von 1,9 Prozent und im nächsten von 0,3 Prozent geschätzt. Bisher lautete die Prognose minus 2,2 Prozent beziehungsweise minus 0,6 Prozent.

"Und dennoch, die jüngsten Verbesserungen bleiben sehr fragil", warnte der IWF. Die größten Risiken seien, dass sich die Euro-Staatsschuldenkrise erneut zuspitzen könnte und geopolitische Unsicherheiten den Ölpreis weiter nach oben treiben. Auch die hohen Etatdefizits in den USA und Japan seien Risiken für die Finanz- und Devisenmärkte. Der IWF plädierte dafür, bei aller Konsolidierung das Wachstum nicht zu stark abzubremsen und forderte Länder mit finanzpolitischen Spielräumen auf, sie für Wachstumsimpulse zu nutzen. "Sparen allein kann die Wirtschaftsprobleme in den wichtigsten Industrieländern nicht lösen", warnte der Fonds.

In der Euro-Zone sieht er angesichts niedriger Teuerungsraten Raum für weitere geldpolitische Lockerungen und plädiert für eine Fortführung der unkonventionellen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Marktversorgung mit Liquidität.