Erstellt am 01. Februar 2011, 15:24

Jänner brachte 4,3 % weniger Arbeitslose. Im Jänner gab es in Österreich um 4,3 Prozent weniger vorgemerkte Arbeitslose und um 12,5 Prozent weniger Schulungsteilnehmer als im Vorjahresmonat, teilte das Sozialministerium am Dienstag mit.

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Der Wirtschaftsaufschwung hat auch auf dem österreichischen Arbeitsmarkt zu einer weiteren Entspannung geführt. Insgesamt waren damit 378.711 Personen in Österreich ohne Job, um 5,9 Prozent weniger als im Jänner 2010. Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S) freute sich "über den stärksten Rückgang seit der Wirtschaftskrise". Kritik gab es hingegen von der Opposition, unter anderem an der Langzeitarbeitslosenstatistik.

Die Arbeitslosenrate nach nationaler Definition ging um 0,4 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent zurück. Die letztverfügbare Arbeitslosenrate nach Eurostat (Monatswert von November) betrug 5,1 Prozent (+0,4 Prozentpunkte). Den stärksten Rückgang gab es bei den Langzeitarbeitslosen um 31,7 Prozent auf 5.660 Betroffene. Mit einer Abnahme um 6,4 Prozent auf 201.315 Jobsuchende haben vor allem Männer von der anspringenden Industriekonjunktur profitiert. Auch die Jugendarbeitslosigkeit bei den 15- bis 24-Jährige ging um 7,8 Prozent auf 46.320 Betroffene zurück.

Nahezu keine Veränderung gab es bei den Frauen und über 50-Jährigen: Die Zahl der arbeitslosen Frauen ging um nur 0,2 Prozent auf 108.269 zurück und stieg bei den über 50-Jährigen um 0,9 Prozent auf 65.626 Personen. Die Zahl der offenen Stellen stieg im Jänner um 25,2 Prozent auf 29.239. Weiters hatten 102.594 vorgemerkte Arbeitslose (Plus 8.158 oder 8,6 Prozent) eine Einstellzusage.

Für das Gesamtjahr 2011 ist Hundstorfer vorsichtig: "Dieses Jahr wird in punkto Arbeitsmarkt sicher nicht einfach werden." Man werde aber alles unternehmen, um weitere Impulse für den Arbeitsmarkt zu setzen. Trotz eines Zuwachses bei den offenen Stellen sei mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten zu rechnen, so AMS-Chef Johannes Kopf. Laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (V) habe man in der Vergangenheit mit den Konjunkturpaketen und dem Kurzarbeitsmodell die "richtigen Rahmenbedingungen" geschaffen.

Die Opposition sieht die Lage am Arbeitsmarkt hingegen nicht so rosig: Der Minister bediene sich eines statistischen Tricks zur "Behübschung des katastrophalen aktuellen Befunds", kritisierten die Grünen. Denn wer zumindest einmal im Jahr in eine noch so sinnlose und schikanöse "Maßnahme" des AMS geschickt werde, gelte nicht als langzeitarbeitslos, auch wenn der Betroffene in dieser Zeit keinen Arbeitsplatz hatte. FPÖ-Arbeitnehmersprecher Herbert Kickl sieht den heimischen Arbeitsmarkt noch nicht für das Ende der Übergangsfristen gerüstet. Es könne nur dann einen deutlichen Kurswechsel bei den Arbeitslosenzahlen geben, wenn die Übergangsfristen zum Schutz des heimischen Arbeitsmarktes über den Mai hinaus auf unbestimmte Zeit verlängert werden. Für BZÖ-Wirtschaftssprecher Robert Lugar ist die "vorübergehende Entspannung am Arbeitsmarkt kein besonderer Effekt österreichischer Maßnahmen". Weltweit sei mit einer expansiven Geldpolitik die Nachfrage wieder angekurbelt worden.