Erstellt am 23. August 2012, 13:05

Jede fünfte Überstunde blieb 2011 unbezahlt. Jede fünfte von Arbeitnehmern geleistete Überstunde wurde 2011 von den Arbeitgebern nicht entlohnt. Für genau 22 Prozent der von ihnen geleisteten Mehrarbeit haben die Arbeitnehmer nach Angaben von SPÖ-Sozialminister Hundstorfer weder einen Geldzuschlag noch einen Zeitausgleich erhalten.

 In Summe wurden von den Arbeitgebern im Vorjahr 66,9 Mio. Mehr- bzw. Überstunden nicht abgegolten. Wieviel Geld dadurch den Arbeitnehmern vorenthalten wurde, konnte Hundstorfer in Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage des SPÖ-Abgeordneten Walter Schopf, die sich auf die Mikrozensus-Arbeitskräfterhebung der Statistik Austria stützt, nicht angeben. Diese Daten werden nicht erhoben.

Der Anteil der nichtbezahlten Überstunden ist bei Frauen deutlich höher als bei Männern. Während bei Männern 2011 nur 19,65 Prozent der Mehrarbeit nicht bezahlt wurde, waren es bei Frauen 28,25 Prozent. Die Zahl der geleisteten Mehr- und Überstunden ist demnach im Jahr 2011 im Vergleich zum Vorjahr zwar um 4,1 Prozent gesunken, betrug aber immer noch 303 Millionen. Mit 217,8 Millionen wurde der größte Teil der Mehrarbeit von Männern geleistet, auf Frauen entfielen 85,3 Millionen. Bei Männern gingen die Überstunden um 0,6 Prozent, bei Frauen um 3,5 Prozent zurück.

Hundstorfer merkt an, dass der Anteil der unbezahlten Mehrarbeit in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken ist. So waren es im Jahr 2004 noch 37,6 Prozent und 2008 noch 29,3 Prozent der geleisteten Überstunden, die nicht bezahlt wurden.

Die Nichtbezahlung von Überstunden bzw. die Nichtgewährung von Freizeitausgleich steht nicht unter Strafsanktion. Arbeitnehmer müssen ihrer Forderungen beim Arbeitsgericht geltend machen. Bei Überschreitung der Arbeitszeitgrenzen durch ungesetzliche Überstunden sind im Arbeitsgesetz Verwaltungsstrafen von 72 bis 3.600 Euro vorgesehen.