Erstellt am 08. August 2012, 12:19

Jede zweite berufstätige Frau atypisch beschäftigt. Am heimischen Arbeitsmarkt herrschen nach wie vor eklatante geschlechtsspezifische Unterschiede. Jede zweite berufstätige Frau ist atypisch beschäftigt, sprich arbeitet Teilzeit, geringfügig, in Leiharbeit oder mit einem freien Dienstvertrag.

 Bei den Männern hingegen haben nur 14 Prozent der Erwerbstätigen keine unbefristete Vollzeitanstellung, geht aus Zahlen der Statistik Austria hervor. Fast 45 Prozent aller unselbstständig berufstätigen Frauen arbeiten Teilzeit - Tendenz steigend. Insgesamt gesehen ist etwa ein Drittel der unselbstständig Erwerbstätigen in Österreich atypisch beschäftigt. "Im Krisenjahr 2009 betraf der Rückgang bei den Normalarbeitsverhältnissen (unbefristete Vollzeitanstellung, Anm.) in erster Linie Männer, für Frauen setzte diese Entwicklung schwächer und mit einem Jahr Verzögerung ein", kommentiert man bei der Statistik Austria.

Befristungen, Leiharbeit, geringfügige Beschäftigung und freie Dienstverträge finden sich in jeder Bildungskategorie. Geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es bereits bei 20- bis 24-Jährigen: 69 Prozent der Männer, aber nur 56 Prozent der Frauen in dieser Altersklasse weisen ein Normalarbeitsverhältnis auf. Während bei Männern Normalarbeitsverhältnisse mit dem Alter sukzessive steigen und bei den 40- bis 59-Jährigen einen Anteil von über 90 Prozent erreichen, geht die Entwicklung bei Frauen bis zum Alter von 40 Jahren in die umgekehrte Richtung. Lediglich 40 Prozent der Frauen im Alter zwischen 35 und 39 Jahren sind in einem Normalarbeitsverhältnis. Überwiegendes Motiv für die Teilzeitarbeit von Frauen sind Betreuungsaufgaben. Atypische Beschäftigungsformen treten vermehrt am Beginn und Ende einer Berufslaufbahn auf. Befristungen und Leiharbeitsverhältnisse sind deutlich auf jüngere Altersgruppen konzentriert.