Erstellt am 09. März 2012, 11:36

Jeder Vierte arbeitet mehr als 40 Wochenstunden. Jeder vierte österreichische Arbeitnehmer arbeitet länger als 40 Stunden in der Woche, knapp die Hälfte zwischen 35 und 40 Stunden.

Fast ein Drittel der Arbeitnehmer arbeitet mehr als vertraglich vereinbart, geht aus dem Arbeitsklimaindex der Arbeiterkammer Oberösterreich hervor. Wobei die Mehrstunden krisenbedingt weniger geworden sind.

Nur 48 Prozent der Beschäftigten, die regelmäßig mehr Stunden leisten müssen, sind mit ihrer Arbeitszeit zufrieden. 18 Prozent wünschen sich, dass weniger Arbeitsstunden vertraglich vereinbart werden, 35 Prozent wollen eine Aufstockung der vertraglichen Arbeitszeit auf ihre tatsächlich geleistete, teilte die AK mit.

AKOÖ-Präsident Johann Kalliauer erteilte in diesem Zusammenhang einer Verlängerung der Wochenarbeitszeit eine Absage: "Das würde nur zu mehr Arbeitslosigkeit und gesundheitlicher Belastung der Beschäftigten führen. Außerdem könnten die Unternehmen teure Überstundenzuschläge, die sie oft beklagen, durch Einstellung von mehr Personal vermeiden."

Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt der Euroländer 39 Stunden pro Woche. In Österreich dauert eine Vollzeitwoche laut Arbeitsklima-Index 41,9 Stunden im Schnitt. "Allein im 3. Quartal 2011 wurden laut Eurostat 5,5 Millionen Überstunden in Österreich geleistet - und das zu knapp einem Viertel unbezahlt. Wir brauchen kürzere statt längere Arbeitszeiten. Das schafft Jobs und erhöht die Lebensqualität", betonte der oberösterreichische Kammerpräsident. So sitzt ein Lkw-Fahrer durchschnittlich 44 Stunden pro Woche hinter dem Lenkrad, 41 Prozent von ihnen leiden laut Umfrage unter Zeitdruck.

Auffallend ist, dass jeder zweite Arbeitnehmer nicht glaubt, bis zum gesetzlichen Pensionsalter arbeiten zu können. Im Gastgewerbe sind es gar 69 Prozent, die ihre Gesundheit im Regelpensionsalter schon angegriffen sehen. Je älter die Beschäftigten werden desto weniger glauben sie, im fortgeschrittenen Alter noch ausreichend fit zu sein.