Erstellt am 29. März 2012, 11:24

Josef Pröll schließt Konrad-Nachfolge erneut aus. Ex-Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll (V) hat erneut betont, nicht als Nachfolger von Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad zur Verfügung zu stehen.

 "Ich bin hier definitiv nicht im Spiel", sagte Pröll im Interview mit der "Presse" (Donnerstagausgabe). Er habe als Vorstandssprecher des Raiffeisen-Mühlenriesen Leipnik Lundenburger Invest einen Fünfjahresvertrag und sei "damit ausgelastet". Bereits Ende Februar hatte er erklärt, den mächtigsten Job im Raiffeisen-Reich nicht anzustreben. Dennoch gilt er unter Brancheninsidern weiterhin als Favorit.
 
Nach den verhängten Kartellstrafen für die deutsche LLI-Tochter, VK Mühlen, will Pröll nun "einen Schlussstrich ziehen". In Frankreich werde man "wahrscheinlich" gegen die Strafzahlungen in der Höhe von 17 Mio. Euro berufen. "Wir haben wegen Frankreich eine Rückstellung gebildet", sagte Pröll gegenüber der "Presse". Die 23 Mio. Euro-Kartellstrafe in Deutschland bescherte den VK Mühlen im Geschäftsjahr 2010/11 einen Verlust von 30 Mio. Euro und verhagelte dem Raiffeisen-Mühlenkonzern die Bilanz. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ging bei bei LLI um rund 40 Prozent auf 16,3 Mio. Euro zurück. Der Konzernumsatz legte 2010/11 im Vergleich zur Vorjahresperiode aber vor allem wegen höherer Getreidepreise um rund 30 Prozent auf 1,15 Mrd. Euro zu.
 
Mitte März hatte die Hauptversammlung der VK Mühlen AG eine 20 Mio. Euro schwere Kapitalerhöhung genehmigt. Bereits Ende 2011 holte sich das Unternehmen mit einer Kapitalerhöhung rund 13,7 Mio. Euro. LLI hält 54,5 Prozent an den deutschen VK Mühlen.
 
Pröll will aber keinen der 31 LLI-Mühlen-Standorte schließen, noch plant er in den "nächsten zwei Jahren" einen Börsengang von Leipnik Lundenburger. Auch Zukäufe hätten "in den nächsten zwei, drei Jahren keine Priorität". "Wir versuchen, bei den bestehenden Strukturen die Kosten zu verbessern", betonte er. Bis Herbst soll ein neuer Business-Plan erarbeitet werden. Bei den VK-Mühlen werde derzeit in vielen Ländern restrukturiert. "In Tschechien haben wir Handlungsbedarf."
 
   Die politische Debatte in Österreich will der ehemalige Vizekanzler nicht näher kommentieren: "Ich habe acht, neun Jahre die Chance gehabt, es in der Politik besser zu machen. Jetzt sind andere dran. Die brauchen meinen Rat nicht."