Erstellt am 01. August 2013, 11:48

Juli-Arbeitslosigkeit stieg um zwölf Prozent. Im Juli ist die Zahl der Jobsuchenden gegenüber dem Juli 2012 um zwölf Prozent auf 320.337 Personen geklettert. 256.494 sind arbeitslos gemeldet (+12,6 Prozent), 63.843 befinden sich in Schulung (+10).

Im Jahresvergleich sind 34.438 Jobsuchende dazu gekommen. Den stärksten Anstieg verzeichneten Ausländer, Personen mit gesundheitlicher Einschränkung, Langzeitarbeitslose und Ältere.

Aufgeschlüsselt auf Branchen ging es dem Bau besonders schlecht (plus 23,4 Prozent). Auch im Produktionssektor sieht es nicht rosig aus (plus 15,9 Prozent). Etwas "besser" erging es den Beschäftigten von Zeitarbeitsfirmen, hier lag das Plus bei den Jobsuchenden bei 11,4 Prozent.

Mehr Arbeitslose, aber Zahl der offenen Stellen sinkt

Während die Arbeitslosenzahlen seit Monaten nach oben klettern, sinkt die Zahl der gemeldeten offenen Stellen (minus 11,8 Prozent). Dabei sind in den aktuellen Zahlen die Großpleiten der letzten Zeit nicht enthalten - wie etwa die rund 2.200 dayli-Beschäftigten die diese Woche beim Frühwarnsystem des AMS angemeldet wurden.

Die Juli-Arbeitslosenquote liegt übrigens bei 6,7 Prozent, ein Zuwachs im Jahresvergleich von 0,7 Prozentpunkten. Auffallend ist, dass weiterhin Männer stärker von der steigenden Arbeitslosigkeit betroffen sind als Frauen - und Ausländer mehr als Inländer. Bei älteren Personen ist der Zuwachs der Jobsuchenden doppelt so hoch wie bei den jungen. Die durchschnittliche Verweildauer aller Arbeitslosen lag im Juli bei 98 Tagen, ein Anstieg um einen Tag im Jahresvergleich.

Kaum Lehrstellen für Jugendliche

Recht unterschiedlich hat sich die Jobsituation im Bundesländervergleich entwickelt. Spitzenreiter sind Tirol und Salzburg mit plus 18 bzw. 17 Prozent. Bitter sieht es für Jugendliche aus, die eine Lehrstelle suchen. Hier gab es in allen Bundesländern einen Rückgang, in Wien gab es ein Minus von fast 38 Prozent. Bundesweit liegt die Lehrstellenlücke bei 5.160 Personen, ein Zuwachs von 1.196 im Jahresvergleich.

"Die Zahlen sind wirklich schlecht", kommentiert AMS-Vorstand Johannes Kopf den Anstieg der Jobsuchenden im Juli. Aber es gebe auch positive Tendenzen. So seien die Arbeitslosenzahlen bei den 15 bis 18-jährigen rückläufig.

Sozialminister Hundstorfer sieht den Grund für die weiterhin steigende Arbeitslosigkeit in der schlechten europäischen Wirtschaftslage. Er ist aber optimistisch, dass sich im Herbst bzw. im kommenden Jahr in Folge einer Belebung der Wirtschaft die Arbeitsmarktdaten bessern. Die Industriellenvereinigung führt die steigende Arbeitslosigkeit ebenfalls auf die schwache europäische Konjunktur zurück.