Erstellt am 07. September 2016, 06:44

von Werner Müllner

Streit um Vereinsfeste. „Rettet die Vereinsfeste“ jubelt über Verordnung, Wirtschaftskammer fehlt Offenlegung der Vereinsgebarung.

Zufrieden. Die „Rettet die Vereinsfeste“-Initiatoren Konstantin Langhans, Sascha Krikler und Simon Gartner.  |  BVZ

Die Initiative „Rettet die Vereinsfeste“ jubelt, vonseiten der Wirte zürnt man. Es geht um die neuen Bestimmungen für Vereinsfeste. SPÖ-Klubomann Robert Hergovich erklärt: „Für gemeinnützige Vereine entfällt innerhalb des 72-Stunden-Rahmens die Registrierkassenpflicht, die Gemeinnützigkeit wird weniger eng geschnürt und die Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Gastronomie wird erleichtert. Die Bundesregierung hat damit die Notbremse zum Schutz der Vereine gezogen!“

„Abgehobene Funktionäre als Lobby“

„SPÖ-Initiativen sorgten für Kassenpflicht-Entschärfung, Bürokratieabbau und mehr Informationen!“, so Robert Hergovich  |  BVZ

Hergovich meint, dass die Wirte ebenfalls profitierten: „Damit ist der herbeigeredete Konflikt zwischen Vereinen und Wirten abgesagt. Im Burgenland dominiert längst die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Parteiorganisationen und Wirten.“

Sascha Krikler, Initiator „Rettet die Vereinsfeste“: „Das Ergebnis ist im Sinne der Dorfgemeinschaft und fördert eine positive Entwicklung der ländlichen Region.“ Und wettert gegen die Kammer: „Abgehobene Funktionäre der Wirtschaftskammer treten als Lobby der kommerziellen Neidgesellschaft auf und betreiben auf Kosten des Ehrenamtes eine Sündenbockpolitik. Es ist eine neue Sozialpartnerschaft statt der sturen Sozialgegnerschaft notwendig, daher sind Strukturreformen erforderlich. Dies sollte auch die Abschaffung der Zwangsbeiträge beinhalten“, so Krikler.

„Schluss für nicht Gemeinnützige…!“

Sascha Krikler engagiere sich nur aus Eigennutz, kritisiert Spartenobmann Helmut Tury von der Wirtschaftskammer.  |  BVZ

Die Wirtschaftskammer weist die Kritik des „selbsternannten Vereinsfest-Retters“ Kriklers aufs Schärfste zurück und sieht keinen Grund zum Feiern: „Die Wirte fordern seit Langem gleiches Recht für alle, die gewerblich tätig sind. Konkret ein Veranstaltungsregister und die Offenlegung der Vereinsgebarung gegenüber dem Finanzamt, um die wirklich gemeinnützigen Vereine zu schützen“, erklärt Tourismus-Spartenobmann Helmut Tury (Foto links).

Es gebe nach wie vor einen Wildwuchs an Vereinsfesten, die keinen gemeinnützigen Charakter haben – und trotzdem von den Privilegien der Gemeinnützigkeit profitieren würden. Damit müsse Schluss sein, so Tury. „Zur Diskussion stehen nicht die Feste von Feuerwehren oder gemeinnützigen Organisationen, sondern jene, die Feste ohne gemeinnützigem Charakter organisieren.“

An Krikler richtet Spartenobmann Tury die Botschaft, dass die Wirtschaftskammer die gesetzliche Interessenvertretung der Unternehmen sei, „eben jener Betriebe, die Steuern zahlen, Arbeitsplätze schaffen und Lehrlinge ausbilden.“ Diese Aufgabe sei nicht immer angenehm, aber angesichts derartig unqualifizierter Aussagen sei eine kritische Standesvertretung umso wichtiger, betont Tury.