Erstellt am 18. Dezember 2012, 14:03

Kampf um die Steine. Privatstiftung Esterházy will das Abbaugebiet im Römersteinbruch St. Margarethen erweitern. Naturschützer wehren sich aber gegen das Vorhaben.

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Der Sandstein aus dem Römersteinbruch St. Margarethen ist einzigartig – so einzigartig, dass nun das Areal für den Abbau erweitert werden soll. In ein bis zwei Jahren wird das Vorkommen am derzeitigen Areal erschöpft sein. Das Material wird vom Bundesdenkmalamt aber weiterhin für die Erhaltung historischer Bauten, wie den Wiener Stephansdom, benötigt.

Laut den Esterházy-Betrieben soll der Steinbruch deshalb um 0,78 Hektar erweitert werden. Damit wäre ein Abbau für die nächsten 40 Jahre gesichert, heißt es. Wie bisher soll der Abbau auch weiterhin von der Firma Hummel betrieben werden.

Der Haken: Die betreffenden Grundstücke liegen im Natura-2000-Gebiet, weshalb sich gegen das Projekt bereits Widerstand formiert hat. In einem anonymen Schreiben, das der BVZ vorliegt, warnt man vor „kulturpolitisch und naturschutzfachlich bedenklichen Eingriffen“.
Bei den Esterházy-Betrieben wird auf BVZ-Anfrage aber beruhigt: Einzelne Arten – wie etwa Fledermäuse oder Ziesel – seien durch die Erweiterung nicht gefährdet; auf seltene Pflanzen würde bei den Baumaßnahmen Rücksicht genommen.

Die Verhandlungen mit der Naturschutzabteilung des Landes gehen nun in eine weitere Runde. St. Margarethens Bürgermeister Eduard Scheuhammer sieht die Pläne neutral: „Wenn nicht der gesamte Berg abgebaut und die Landschaft zerstört wird, habe ich nichts dagegen.“