Erstellt am 26. August 2011, 14:32

Kanzleramt will Managergagen offen legen. Heimische Staatsbetriebe schreiben oft leitende Posten nicht aus, beschäftigen quasi keine Frauen in den Chefetagen und entlohnen ihre Manager fürstlich. Dieses Sittenbild zeichnete der Rechnungshof (RH) in einem am Donnerstag vorgelegten Prüfbericht und rief nach der Offenlegung von Managervergütungen. Nun will das Bundeskanzleramt (BKA) für mehr Transparenz sorgen.

Heimische Staatsbetriebe schreiben oft leitende Posten nicht aus, beschäftigen quasi keine Frauen in den Chefetagen und entlohnen ihre Manager fürstlich. Dieses Sittenbild zeichnete der Rechnungshof (RH) in einem am Donnerstag vorgelegten Prüfbericht und rief nach der Offenlegung von Managervergütungen. Nun will das Bundeskanzleramt (BKA) für mehr Transparenz sorgen.

Diese Woche wurde ein entsprechender Begutachtungsentwurf für Verhaltensregeln in den Chefetagen staatseigener Firmen ("Public Corporate Governance Kodex") ausgeschickt, der der APA vorliegt. Darin heißt es, dass die Gagen der einzelnen Manager veröffentlicht werden sollen, und zwar inklusive Boni und ausgezahlter Abfertigungen. Es handle sich bei dem Papier aber lediglich um eine "Diskussionsgrundlage", hieß es am Freitag aus dem Kanzleramt.

Die betroffenen Manager müssen laut Entwurf der Offenlegung ihrer Vergütungen zustimmen, dies wohl aus Datenschutzgründen. Bei Neu- oder Wiederbestellungen jedoch "ist für eine vertragliche Zustimmungserklärung .. Sorge zu tragen." In der Praxis könnte das heißen: Erklären sich neue oder wiederbestellte Geschäftsleiter nicht mit der Veröffentlichung ihrer Vergütung einverstanden, bekommen sie den Job nicht. Offen ist freilich, wer den Corporate-Governance-Bericht künftig zu Gesicht bekommen wird. Ob der ganze Bericht veröffentlicht werden muss, ist unklar.

Der Rechnungshof hat über einen Zeitraum von zwei Jahren die Managerverträge von 232 öffentlichen Unternehmen untersucht. Das Urteil fiel ernüchternd aus: 90 Prozent der Firmen veröffentlichten die Managervergütungen nicht. Die Kriterien für die Auszahlung von Boni waren überwiegend nicht an nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens geknüpft, vereinzelt machten die Prüfer auch Nebenabreden oder Prämienzahlungen ohne Begründung aus. 57 befragte Manager verdienten mehr als ein Minister bzw. ihr Landeshauptmann.