Erstellt am 27. Oktober 2011, 10:23

Kapitalaufstockung für Banken laut FMA "machbar". Die österreichischen Großbanken müssen der Finanzmarktaufsicht (FMA) und damit der europäischen Bankenaufsicht EBA bis Jahresende ihre Kapitalpläne vorlegen.

Das teilte FMA-Vorstand Helmut Ettl mit. Bis dann müssen die Banken darlegen, wie sie die neuen Kapitalvorgaben bis Juni 2012 zu erzielen gedenken. Ettl geht davon aus, dass die neuen Zielwerte für die Institute "machbar" sind.

Ettl rechnet damit, dass Vorgaben für die Banken auch ohne zusätzliche Staatshilfe umsetzbar seien. "Natürlich", so fügte er hinzu, stünde das staatliche Bankenpaket als back-up bereit. Laut Nationalbank und FMA ist vor allem von staatlichen Garantien für Emissionen die Rede.

Die "Stresstestbanken" müssen bis Juni 2012 ihr hartes Kernkapital auf neun Prozent aufstocken - staatliches Partizipationskapital ist dabei ausdrücklich weiter anrechenbar. Zum Vergleich: Die alten Vorgaben für dieses harte Kernkapital - im wesentlichen gezeichnete Aktien und einbehaltenen Gewinne, sofern es solche gibt - lagen zuletzt bei nur 2 bis 2,5 Prozent. Die neuen Vorgaben bedeuten damit eine Vervielfachung gegenüber dem status-quo.

Einbezogen sind in Österreich Erste Group, Raiffeisen Bank International (RBI) und ÖVAG. Sie brauchen zusammen 2,9 Mrd. Euro, um nach Abwertungen von Anleihen von Schuldenländern die Vorgabe zu erfüllen. Liegen alle Daten per Ende September vor, könnte sich diese Zahl noch ändern. Die ÖVAG ist aber in einem Restrukturierungsprozess und könnte - wenn sie weiter wie geplant schrumpft - bald einmal nicht mehr zu den systemrelevanten grenzüberschreitenden Großbanken gehören - somit also auch einmal aus den Stressbanken-Kriterien herausfallen.

Ettls Zuversicht, dass es die Großen in Österreich ohne neues Staatsgeld schaffen, sich mit neuen Kapitalpuffern stärker aufzustellen, fußt auf den Markterwartungen nach dem jetzigen Gipfel. "Wir hoffen, dass es zu einer Entspannung an den Märkten kommt, dass die Kapitalmärkte wieder voll aufmachen und dass die Banken dann von dort wieder leichter Kapital bekommen", so Ettl zur APA.

In einer gemeinsamen Stellungnahme mit der FMA hat Österreichs Notenbankgouverneur Nowotny am Donnerstag erklärt, Österreichs Banken seien von den Problemen öffentlicher Schuldtitel nur in geringem Maß betroffen, sie würden aber "an den allgemeinen Maßnahmen zur Kapitalstärkung teilnehmen". Dabei werde es wichtig sein, die Stabilität der Kreditversorgung zu sichern.