Erstellt am 31. Januar 2013, 14:06

Kaske fordert mehr Geld für den Arbeitsmarkt. Für Arbeiterkammer-Vizepräsident Rudolf Kaske ist die Wirtschaftskrise noch nicht ausgestanden. Die Regierung müsse darauf mit mehr Weiterbildung und Umschulungen sowie mehr Personal beim Arbeitsmarktservice reagieren.

Dafür seien in den nächsten zwei Jahren 100 bis 150 Mio. Euro zusätzlich an Arbeitsmarktmaßnahmen nötig.

Es sei "erschreckend", dass jeder fünfte Lehrling bei der Lehrabschlussprüfung durchfalle. Kaske fordert, dass ähnlich wie bei den weitverbreiteten Qualitätszertifizierungen nach der ISO 9000ff-Norm regelmäßig auch die Qualifikation der Lehrherren überprüft wird. Derzeit sei das nur einmal, nämlich bei der Zulassung zum Lehrbetrieb, der Fall. Laut Kaske soll dieser Qualitätscheck alle fünf Jahre stattfinden.

Erheblichen Handlungsbedarf sieht Kaske auch bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer. Es gebe einen "unsinnigen Jugendkult", kritisierte der 57-jährige, der seine Karriere als Kochlehrling begann und kurz vor der Wahl zum Arbeiterkammer-Präsidenten steht. Der derzeitige AK-Chef Herbert Tumpel tritt mit 65 Jahren im März seine Alterspension an.

Kaske fordert einmal mehr ein "Bonus-Malus-System" für Betriebe bei der Beschäftigung Älterer. So sei es vorstellbar, dass ein regional abgestimmtes "Altersbarometer" festlegt, dass ein Unternehmen bei der Abweichung von ein einigen Prozent vom regionalen Schnitt entweder einen Malus zahlt (wenn es weniger Ältere beschäftigt) oder einen Bonus erhält.

Eine Schelte gab es am Donnerstag für Wirtschaftsminister Mitterlehner, der sich für eine Ausdehnung der täglich erlaubten Arbeitszeit stark gemacht habe. Kaske meinte, er könne schon verstehen dass Mitterlehner in einem Wahljahr die eigene Klientel bedienen möchte, der Minister solle aber auch an die Gesundheit der Beschäftigten denken.