Erstellt am 09. Mai 2012, 13:25

"Katastrophenjahr" 2011 für LGV Frischgemüse. 2011 war für die größte heimische Gemüsegenossenschaft LGV Frischgemüse ein "Katastrophenjahr". Die EHEC-Epidemie im Frühsommer und ein darauffolgendes Importverbot in Russland ließ die Gemüsepreise in Europa abstürzen. Auch eine Schlechtwetterperiode im Juli und August in Österreich belastete die Produktion.

Der Umsatz der 250 genossenschaftlich organisierten Gemüsebauern aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland ging im vergangenen Jahr um 7,4 Prozent auf 75,2 Mio. Euro zurück. Trotz Flächenausweitung verringerte sich auch die Produktion von 54.000 auf 53.000 Tonnen.

Derzeit würden die Gemüse-Erzeugerpreise wieder über dem Vor-EHEC-Niveau liegen, vollständig hätten sie sich aber noch nicht erholt, sagte LGV-Vorstand Gerald König am Mittwoch vor Journalisten. Die LGV-Gemüsegärtner konzentrieren sich vor allem auf den Anbau von Tomaten (24 Prozent Umsatzanteil), Gurken (20 Prozent), Paprika (19 Prozent) und "Premium"-Gemüsesorten (17 Prozent). Der Preisverfall im Zuge der EHEC-Krise bei Tomaten und Gurken war "dramatisch" und habe die LGV voll getroffen, betonte König. Die Preise für Tomaten seien damals etwa um 20 Prozent abgestürzt.

Wegen der EHEC-Krise wurden in Österreich von der LGV-Frischgemüse wie berichtet 1,6 Millionen Stück Gurken innerhalb von zwei Wochen im Juni vernichtet. Der Verlust wurde damals mit 760.000 Euro beziffert. An Entschädigungen erhielten die LGV-Gärtner insgesamt 445.000 Euro, davon 340.000 aus EU-Mitteln und 105.000 Euro an LGV-Entschädigung. Der Preisverfall wurde nicht abgegolten. Die EHEC-Epidemie brach Ende Mai aus und wurde Ende Juli als beendet erklärt. Juni und Juli sind die Haupterntemonate für Gurken und viele andere Gemüsesorten.