Erstellt am 02. Juni 2011, 07:22

Katholiken profitieren von Beitrags-Absetzbarkeit. Die auf der Regierungsklausur beschlossene Verdoppelung der steuerlichen Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags von 200 auf 400 Euro ist ein oft geäußerter Wunsch der römisch-katholischen Kirche in Österreich.

Die auf der Regierungsklausur beschlossene Verdoppelung der steuerlichen Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags von 200 auf 400 Euro ist ein oft geäußerter Wunsch der römisch-katholischen Kirche in Österreich - obwohl bereits vor zwei Jahren von 100 auf 200 Euro erhöht wurde. "Weit über 90 Prozent" der Beitragszahler würden von der Neuregelung profitieren, hieß es aus der Wiener Kirchenbeitragsstelle.

Durchschnittlich werden 105 Euro im Jahr pro Mitglied an die römisch-katholische Kirche überwiesen. 2010 machte dies insgesamt 394 Millionen Euro an Kirchenbeitrag aus, so Josef Weiss, Leiter des Kirchenbeitragsdienstes der Erzdiözese Wien. Von den rund 5,4 Millionen Katholiken in Österreich seien 3,7 Millionen beitragspflichtig. Zu entrichten sind knapp ein Prozent vom steuerpflichtigen Einkommen, Zahlungsbefreiungen sind aus sozialen Gründen möglich.

Die Diözesen legen zudem einen sogenannten "Mindestkirchenbeitrag" in unterschiedlicher Höhe fest, nach oben gibt es keine Grenze. Zudem gibt es diverse "Absetzbeträge" (Kinder, Alleinverdiener). In manchen Diözesen kann man bis zu 50 Prozent der Kirchensteuer für bestimmte kirchliche Organisationen, etwa die Caritas, zweckwidmen. Die steuerliche Absetzbarkeit des Kirchenbeitrags wurde zuletzt 2009 erhöht, davor bereits 2005 von damals 70 auf 100 Euro pro Jahr.

Obwohl laut Erzdiözese Wien der Löwenanteil des Aufkommens am Kirchenbeitrag - also rund 75 Prozent - Beträge von 200 Euro abwärts ausmachen würden, sieht die Finanzkammer beinahe alle Zahler als Profiteure. Weiss verweist dabei etwa auf Ehepaare, die gemeinsam bis zu 800 Euro voll geltend machen können.