Erstellt am 12. Juni 2012, 13:25

Keine Entspannung für Spanien und Italien. Die Anleger bleiben angesichts der lodernden Euro-Schuldenkrise höchst skeptisch. Die Zinsen, die Madrid und Rom Investoren für frisches Geld bieten müssen, stiegen am Dienstag weiter

. Die europäischen Börsen legten bis Mittag nur leicht zu. Österreichs Regierungsspitze trat unterdessen Befürchtungen entgegen, nach Spanien könnte auch Italien demnächst EU-Hilfe benötigen.

Die Lage an den Anleihemärkten für Spanien und Italien trübte sich weiter ein. Die Renditen ihrer Staatsanleihen stiegen auf kritische Werte an. Die Rendite für spanische Staatsanleihen mit einer Restlaufzeit von zehn Jahren kletterte wieder über die Marke von 6,5 Prozent. In Italien stieg der Effektivzins über die Schwelle von 6,0 Prozent. Die Renditen in Spanien nähern sich damit wieder dem Niveau von Herbst 2011 an, als die Schuldenkrise mit dem Übergreifen auf Kernländer wie Frankreich vor der Eskalation stand.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Lagarde, sagte in einem CNN-Interview, es blieben nicht einmal drei Monate, um die Eurokrise zu lösen.

Die österreichische Regierungsspitze versuchte unterdessen am Dienstag, Befürchtungen zu dämpfen, wonach nach Spanien auch Italien demnächst EU-Hilfen benötigen wird. Bundeskanzler Faymann warnte nach dem Ministerrat davor, Italien schlecht zu reden. Gleichzeitig betonte der SPÖ-Chef, dass man sich sehr wohl darauf vorbereite, bei Problemen einzugreifen. Man solle sie aber nicht herbeireden. Es sei jedenfalls nicht so, dass Italien nach den Hilfen für Spanien schon am nächsten Tag vor der Tür stehe, so der Kanzler und Vizekanzler Spindelegger unisono. Auch Finanzministerin Fekter meinte, es gebe "keine Anzeichen", dass Italien einen Antrag auf Finanzhilfen seiner europäischen Partner stellt.

Neben den kriselnden spanischen Banken rückt wenige Tage vor der Neuwahl wieder zunehmend das Sorgenkind Griechenland in den Fokus. Ein Austritt des Landes aus dem Euroraum würde der Ratingagentur Fitch zufolge sogar die Bonitäten erstklassig bewerteter Staaten unter Druck setzen. Die Ansteckungseffekte auf andere Euroländer könnten dazu führen, dass die letzten vier Euroländer mit der Top-Note "AAA" - das sind Deutschland, Luxemburg, Finnland und die Niederlande - diese verlieren.