Erstellt am 26. September 2012, 00:00

„Keine Leichen“. INTERVIEW / Mit 1. Oktober wird aus BEGAS und BEWAG die Energie Burgenland. Vorstand Michael Gerbavsits spricht über die Pläne.

Michael Gerbavsits ist seit Jänner 2011 Vorstandssprecher der BEWAG, die ab 1. Oktober Energie Burgenland heißen wird. Sein Ziel: „Wir wollen kein Billiganbieter, sondern ein Qualitätsanbieter sein“. Seebacher  |  NOEN
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Von Doris Seebacher

BVZ: Energie Burgenland löst ab 1. Oktober offiziell BEWAG und BEGAS ab – können Sie garantieren, dass jetzt absolut keine Leichen mehr im Keller sind?

Michael Gerbavsits: Nachdem es kaum ein burgenländisches Unternehmen gibt, das so intensiv durchleuchtet wurde, gehe ich zu 99.9 Prozent davon aus. Wir haben alles dazu getan, dass wir auch im übertragenen Sinn als sauberes Unternehmen in die Zukunft starten können.


Wie viele Mitarbeiter wird die Energie Burgenland haben?

Gerbavsits: Wir starten mit 850 Mitarbeitern ins neue Unternehmen, 40 davon sind Lehrlinge. Es wird niemand durch die Zusammenführung gekündigt. Was wir schon machen - Abgänge werden wir in den nächsten Jahren nicht alle nachbesetzen.


Das Burgenland baut immer mehr Windkraftanlagen. Ab wann darf man wieder mit einer Strompreis- erhöhung rechnen?

Gerbavsits: Der Strompreis wird am Markt gemacht. Mir ist jedoch wichtig zu betonen, dass es unser Ziel ist, unsere Kunden so günstig wie möglich mit Strom zu versorgen. Durch die Veränderung des Ökostromzuschlages konnte die BEWAG heuer Preisvorteile an die Kunden weitergegeben. Und auch die BEGAS hat im April Preisvorteile, die sich durch eine Neuverhandlung des Gasbezugsvertrages ergeben haben, mittels Bonuszahlungen zurücküberwiesen.


Laut E-Control ist Strom in Österreich immer noch zu teuer.

Gerbavsits: Ich sehe das anders als die E-Control. Natürlich könnte die BEWAG einen günstigeren Strom anbieten, wenn wir nicht auf erneuerbare Energie setzen, sondern Atomstrom liefern würden. Jedoch, das wollen wir nicht. Energie Burgenland wird ein Qualitätsanbieter mit Strom zu 100 Prozent aus Ökostrom sein. Weiters darf man auch nicht vergessen, dass wir laufend massiv investieren.
 

Wie sieht der Widerstand der Bevölkerung bei Windkraftanlagen und neuen Netzen aus?

Gerbavsits: Wir leben hier im gelobten Land. Im Burgenland geschieht alles im guten Einvernehmen mit den Behörden, mit der Landesregierung und mit den Gemeinden. Es hat bis jetzt keine Einsprüche gegeben.


Sie sind jetzt seit Jänner 2011 im Amt. Was der schlimmste Moment? Was war Ihr schönster?

Gerbavsits: Es war natürlich nicht lustig, sich von vier Vorständen trennen zu müssen. Das Tolle jedoch war, die Zusammenführung zweier traditionsreicher Unternehmen wesentlich mitgestalten zu dürfen.


Wie sieht Ihr derzeitiger Kontakt zu Lukits, Münzenrieder, Simandl und Schweifer aus?

Gerbavsits: Es gibt keinen persönlichen Kontakt. Wir arbeiten die Sache professionell ab.